21.08.2015

60 Jahre Beeren Plantproducts

Open Dag in NL-Neer

Ob Spargel-, Porree- oder Erdbeerpflanzen, die Vermehrungsgärtnerei Beeren im niderländischen Neer bietet ein umfangreiches Sortiment und legt stets Wert auf beste Qualitäten. Im Jahr 1955 gründete Sjeng Beeren den Betrieb und machte sich als Pionier in der Spargelvermehrung einen Namen. Zum 60jährigen Firmenjubiläum hatte das Unternehmen am 19. Juli 2015 zu einem Tag der offenen Tür geladen.

Von nah und fern kamen zahlreiche Kunden, Geschäftspartner, Lieferanten, Kollegen; auch die in der Umgebung wohnenede Bevölkerung nutzte die Gelegenheit, einmal hinter die Mauern der Firma Beeren zu blicken. Mit offenbar vie Mühen waren die Arbeits- und Lagerhallen des Unternehmens leergeräumt worden. Dort wurde ein Rudngang angelegt, auf dem sämtliche Tätigkeiten, die in dem Gartenbaubetrieb anfallen, erläutert wurden. an jeder Station standen die dafür benötigen Maschinen - auf Hochglanz poliert - sowie Texttafeln zur Erläuterung. Außerdem gab es Kurzfilme, in denen die Feldarbeiten von der Aussaat bis zur Rodung in den drei Kulturen zu sehen waren. So konnten auch Tätigkeiten dargestellt werden, die nicht in den Juli fallen und die Besucher kamen mit sauberen Schuhen wieder nach Hause, weil sie nicht auf den Acker mussten. Zulieferer und geschäftspartner stellten ihre Produkte und Dienstleistungen aus und standen den Besuchern Rede und Antwort. Selbstverständlich war auch für das leibliche Wohl sowie Kunderunterhaltung gesorgt.

Im Jahr 1976 übernahm der heutige Seniorchef Wim Beeren den Familienbetrieb von seinem Vater. Damals wurden Spargelpflanzen produziert. Vor vier Jahren begann Wim mit der Anzucht von Porreepflanzen, die dann auch nach Deutschland geliefert wurden. Im Jahr 1995 wurde das Sortiment um Erdbeerpflanzen erweitert. Inzwischen ist Sohn John, nach erfolgreichem Agrarstudium, als stellvertretender Betriebsleiter in das Unternehmen eingestiegen. Die Firma Beeren Plantproducts bietet ihren Kunden auf Basis jahrelanger Erfahrung ein umfassendes Beratungskonzept von der Anbauplanung über die Produktion bis hin zur Vermarktungsstrategie. Zur Sicherung der Qualität und Pflanzengesundheit werden die Jungfplanzen regelmäßig vom niederländischen Analyselabor NAKtuinbouw kontrolliert und zertifiziert. Vor der Aussaat bzw. der Pflanzung werden die jungfäulichen Böden auf für die jeweilige Kultur relevante Nodenkrankheiten und Nematoden analysiert.

Auf nachhaltiges Wirtschaften wird Wert gelegt, einige Beispiele: die selbstahrende Pflanzenschutzspritze arbeitet mit Luftunterstützung und spart so rund 40 % an Pflanzenschutzmitteln ein, Restmengen aus der Pflanzenschutzspritze werden in einem sogenannten Phytobac von Mikroorganismen zersetzt, die Abwärme der Kkühlhäuser wird zur Beheizung der Saisonarbeiterunterkünfte, Büro- und Sozialräume genutzt. Heute liefert das Familienunternehmen Beeren seine Jungpflanzen in Zusammenarbeit mit Verkaufsberatern in den jeweiligen Ländern europaweit. Aber natürlich sitzen auch viele Abnehmer in der Nachbarschaft in den wichtigen Anbaugebieten in Limburg und Brabant.

Spargelpflanzen

In Spargel kann die Familie Beeren auf über 60 Jahre Erfahrung in der Produktion von Jungpflanzen zurückgreifen. Betriebsgründer Sjeng Beeren war ein Pionier auf diesem Gebiet. Nach einer sorgfältigen Anzucht werden die Jungpflanzen im März und April erst kurz vor der Lieferung gerodet und sortiert: AA-Qualität mit mehr als 70 g und B-Qualität mit 40 - 70 g. Bei der Sortierung wird großer Wert auf eine gute Knospenbildung und ein ausgeprägtes Wurzelwachstum gelegt. Anschließend werden die Pflanezen in Netze oder Kisten verpackt umgehend an die Kunden ausgeliefert, damit diese frisches Pflanzmaterial erhalten für einen guten Start in die Kultur. Das Sortiment umfasst alle Sorten von Limgroup sowie Sorten von Vilmorin, Südwestdeutsche Saatzucht und Bejo. Neue Sortne werden von Beeren europaweit in den Anbaugebieten ihrer Kunden getestet, so dass die Pflanzenvermehrer einen eigenen Eindruck von der Eignung und den Kulturanforderungen der jeweiligen Sorte haben und ihre Kunden entsprechend beraten können. Für den deutschen Anbauer sind 'Gijnlim' und 'Backlim' nach wie vor die Standardsorten, so John Beeren, gefolft von 'Ramires' und  'Cumulus'. Dabei betont der Juniorchef, dass jede Sorte ihre eigene Behandlung brauche und man die Vor- und Nachteile kennen sollte, um sie optimal zu kultivieren.

Erdbeerpflanzen

Auch bei der Vermehrung von Erdbeerpflanzen kann die Familie Beeren inzwischen auf 20 Jahre Erfahrung bauen. Produziert werden auf ausgesuchten Böden Wartebeet- und Grünpflanzen. Von der Pflanzung bis zur Lieferung werden die Erdbeeren vom Prüflabor NAKtuinbouw nach sieben Qualitätsrichtlinien beobachtet und begleitet. Der Kunde erhält sie "Elite" zertifiziert. Sorgfältig werden sie gerodet, nach der Anzahl Wurzeln und Blätter sowie der Rhizomdicke sortiert und verpackt. Je nach Kundenwunsch werden zwei oder drei Sortierungen gemacht. Hygiene spielt eine große Rolle in der Sortierhalle: Abfall wird direkt abgeführt und das Personal bekommt viermal am Tag neue Handschuhe und Schürzen. Auch die anschließende Kühlung von Erdbeerpflanzen in modernen Kühlhäusern auf dem Hof findet in Neer statt.

Wie John Beeren berichtet, liefern sie viele Wartebeetpflanzen nach England. In Deutschland sei aktuell zu beobachten, dass immer mehr Kulturen aus dem Boden in Substrat verlagert werden. In den Niederlanden seien schon 95 % der Erdbeerkulturen im Substrat. Für die Stellagenkultur eignen sich unter anderem die Sorten 'Wlsanta' und 'Sonata'. Die Suche nach einer guten remontierenden Sorte, die gute Erträge und auch bei Hitze große Früchte mit hoher Pflückleistung bringen, halte an.

Sabine Aldenhoff


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Ausgabe 01/2017

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