09.11.2016

Erdbeeranbau in Kanada

Belgische Substratdämme sind in Kanada ein bekanntes Anbauverfahren für Erdbeeren

Kanada ist mit fast 10 Mio. km² Fläche das zweitgrößte Land der Erde. Rund 36 Mio. Menschen leben hier, fast die Hälfte davon wohnt in Küstennähe oder den städtischen Gebieten in Quebec, Montreal und Toronto. Die Klimazonen, in der die Provinzen Nova Scotia, Neufundland, Prince Edward Island, Ontario, der südliche Teil Quebecs und die Küste British Columbias liegen, zeichnen sich durch ein nordisches Klima aus, vergleichbar mit Skandinavien oder Schottland. Im Sommer herrschen über Land durchaus höhere Temperaturen.

Erdbeeranbau

In Kanada werden auf über 4 000 ha Fläche Erdbeeren angebaut. Die Jahresproduktion beträgt etwa 20 000 t, angebaut wird vor allem für den heimischen Markt. Der Löwenanteil Erdbeeren wird jedoch importiert: Im vergangenen Jahr wurden über 104 000 t Erdbeeren aus den USA und Mexiko eingeführt.

Der kanadische Erdbeeranbau konzentriert sich auf die Regionen Quebec (1 900 ha) und Ontario (1 200 ha), British Columbia (290 ha) und Neufundland (240 ha). Die Präriegebiete in Manitoba (140 ha), Alberta (80 ha) und Saskatchewan (60 ha) hingegen leisten einen geringeren Beitrag.

Juniträger dominieren

Im kanadischen Anbau werden noch immer viele Juniträger gezüchtet, meist aus eigenen Veredelungsprogrammen oder aus den USA. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch aufgrund von behördlichen Umstrukturierungen die Anzahl an Untersuchungs- und Veredelungszentren stark verringert. Das einzig übrig gebliebene Forschungszentrum befindet sich heute in Nova Scotia, wo Andrew Jamieson an der Selektion neuer Sorten arbeitet und auf Juniträger spezialisiert ist. Die Kreuzungen erfolgen im Januar und Februar unter Glas. Im März laufen die Sämlinge auf, im Juli werden sie verpflanzt. Selektiert wird im Folgejahr. Das milde Meeresklima Nova Scotias ermöglicht eine solch schnelle Selektion. Jährlich produziert man hier über 10 000 neue Saatlinge. Im Laufe der Jahre entstanden so eine Vielzahl eigener Sorten wie `Cavendish´, `Kent´, `Wendy´, `Cabot´ und `Valley Sunset´.

Juniträger machen heute 80 % der Gesamtanbaufläche kanadischer Erdbeeren aus, wobei besonders ältere Sorten wie `Kent´, `Jewel´, `Mira´ und `Annapolis´ dominieren. In den nördlichen Gebieten ist auch die späte Sorte `Cavendish´ verbreitet. `Cabot´ wird aufgrund der großen Früchte angebaut, wohingegen `Valley Sunset´ aufgrund ihrer späten Ernte beliebt ist. Die neueste Sorte, `Wendy´, wurde 2005 als frühe Sorte vorgestellt und konkurriert so mit `Jewel´.

Auch europäische Sorten im Anbau

Bereits seit Jahren werden auch europäische Sorten angebaut. Fast alle bekannten Züchter sind mit ihren Sorten auf kanadischen Feldern vertreten. Besonders `Clery´ und `Darselect´ konnten sich in der Vergangenheit etablieren, neuerdings werden jedoch auch `Charlotte´, `Sonata´und `Rumba´ angebaut. Die Juniträger werden, je nach Anbausystem und Markt, natürlich anteilig mit heimischen Sorten kultiviert (meist zum Selbstpflücken oder Direktverkauf). In der Freilandkultur mit Folie werden vorwiegend Frigo- und Kleinballenpflanzen verwendet, davon zur Hälfte die Sorte `Jewel´. Durch die Frostanfälligkeit von `Jewel´ sinkt diese Tendenz jedoch. Alternativ werden deshalb momentan vermehrt Wendy und Cabot genutzt. Die Sorten `Kent´, `Annapolis´, `Honeoye´, `Brunswick´ und `Veestar´ werden in Flachfeldkulturen (sogenannten „matted rows“, vergleichbar mit dem deutschen System) verwandt, wo sie mehrjährig stehen bleiben. Die Pflanzen, die alle drei bis vier Jahre im Boden stehen, machen etwas 70 % der Fläche aus. Die Pflanzdichte im matted row-Anbau beträgt 10 000 pro ha, wogegen im Bodentunnel im Tunnel 35 000 bis 40 000 Pflanzen auf einem Hektar Land stehen.

In der Provinz British Columbia züchtete man früher mit der Sorte `Totem´ vor allem für die Industrie. Nun ist man umgeschwenkt und konzentriert sich mit der Sorte `Puget Reliance´ auf den Frischmarkt.

Tab. 1: Übersicht der angebauten Juniträger in Kanada

Anteil

Sorten

10-15 %

`Annapolis´, `Wendy´, `Jewel´, `Kent´, `Mira´

5 %

`Cavendish´, `Cabot´, `Valley Sunset´

3 %

`Puget Reliance´, `Yamaska´, `Orleans´

Weniger als 2 %

`Chamby´, `Oka´, `Juliette´, `Darselect´, `Clery´, `Sonata´, `Record´

Immertragende Sorten

Immertragende Sorten machen in Kanada etwa 20 % des Gesamtanbaus aus. Der Großteil davon steht in Quebec und Ontario. Bei den Immertragenden bildet `Seascape´ die Hauptsorte mit über 90 % Anteil, vor allem, weil sie wesentlich besser überwintert als etwa `Albion´ oder `San Andreas´. Ansonsten wird gerade im Inland, wo der Sommer sehr warm wird, vermehrt `Albion´ kultiviert. Neuere Sorten der University of California, wie `Cabrillo´und `Monterey´, werden derzeit vereinzelt getestet, genauso wie Selektionen anderer Züchter, so z.B. Planasa.

Vermehrung des Pflanzenmaterials

Aufgrund der Anbaufläche ist der heimische Markt in Kanada recht klein. Der jährliche Bedarf an Juniträgern liegt selten höher als 30 Mio. Pflanzen. Diese stammen vorranging von einheimischen Betrieben wie Lareault und Parent in Quebec, Carther, Strawberry Time und Cooper in Ontario sowie Keddy Nurseries in Nova Scotia. Auch Nourse liefert Pflanzen aus dem Nordosten der USA an kanadische Züchter.

Kanadische Vermehrungsunternehmen exportieren hingegen einen beträchtlichen Teil ihrer Pflanzen nach Florida.

Pflanzenschutz

Seit 2005 ist die Bodenbehandlung mit Brommethan in Kanada verboten. Stattdessen setzt man auf eine Fruchtfolge mit Soja, Hafer und Süßkartoffel. Auch erfolgt eine Desinfektion des Erdreichs vor dem Verlegen der Folie mit niedrigen Dosen Chlorpikrin. So lässt sich die Wartezeit vor der Bepflanzung verkürzen. Einige Züchter pflanzen außerdem zweimal auf den gleichen Beeten. In diesem Fall werden die abgeernteten Felder gemäht und die Beete mit Vapam über die Tropfbewässerung desinfiziert. Die darauffolgende Kultur ist meist etwas weniger ergiebig (etwa 5 % Einbuße), wird jedoch durch die Einsparungen, die durch die zweite Bepflanzung entstehen, würden aufgewogen. Vielfach pflanzen Züchter Juniträger auf abgemähte Felder von immertragenden Sorten.

Wie auch in Europa, werden in Kanada klassische Mittel gegen Fruchtfäule und Mehltau gespritzt. Gerade gegen Letzteren wird vielfach Silicium angewendet.

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist bis zu ihrer Ausbreitung im September im Allgemeinen keine Gefahr. Hingegen kann Anthraknose auf den Früchten ein großes Problem sein. Hier erweist sich die Sorte `Monterey´ als besonders anfällig. In jahresübergreifenden Kulturen ist mit Erdbeermilbenbefall (Phytonemus pallidus) zu rechnen. Das Mittel Endosulfan (Thiodan, Thionex) ist noch bis Ende 2016 zugelassen. Einige Anbauer in Quebec sammeln nun aber auch Erfahrungen mit dem Einsatz von Raubmilben (Neoseiulus cucumeris) der Firma Koppert.

Xanthomonas-Bakterien befallen sowohl Juniträger als auch immertragende Sorten. Um den Bakterien entgegenzuwirken, verwenden die kanadischen Züchter das Mittel Tivano, ein neues Biopestizid, das in Kanada bereits einige Jahre getestet wurde. Es basiert auf organischen Säuren (Milchsäure und Zitronensäure), die aus einem kontrollierten Fermentationsprozess stammen. In der Praxis wird Tivano in Form von 8 bis 12 l aktivem Stoff auf 700 l Wasser/ha Oberfläche unter großem Druck gespritzt. Es darf nicht mit basischen Mitteln vermengt werden.

Arbeit: Warteliste für Pflücker

Die Arbeitskräfte im kanadischen Erdbeeranbau stammen vorrangig aus Guatemala und Mexiko. Als Pflücker erhalten sie einen sechsmonatigen Arbeitsvertrag, in dem sich der Arbeitgeber dazu verpflichtet, Unterkunft, Elektrizität und Heizkosten zu tragen. Auch die Hälfte der Reisekosten übernimmt der Arbeitgeber. Obschon der Mindestlohn in der kanadischen Landwirtschaft bei 10,75 $ stündlich liegt, zahlen einige Züchter bis zu 15 $ pro Stunde für gute Arbeitskräfte. Die wöchentliche Arbeitszeit beläuft sich auf 60 Stunden. Südamerikanische Pflücker können so innerhalb von sechs Monaten das Äquivalent von 3,5 mexikanischen Jahresgehältern verdienen. Die Arbeitsplätze sind deshalb so begehrt, dass eine Warteliste für Pflücker existiert. Etwa 95 % der Arbeitskräfte kehren zu jenen Betrieben zurück, auf denen sie bereits im Vorjahr arbeiteten.

Viele Züchter verfügen über das Ernteregistrierprogramm „Farm-it“, welches festhält, wie viele Kisten durch welchen Pflücker täglich geerntet wurden. Dadurch erspart sich der Züchter zusätzliche Arbeitskräfte, die zur Registrierung auf den Feldern nötig wären. Auf dem Betrieb hingegen agiert ein iPad als eine Art Stechuhr, in der die Pflücker ihre tägliche Arbeitszeit registrieren.

Anbau in Ontario

Ein richtiges Anbaugebiet existiert in Ontario nicht, dennoch gibt es einige Anbauer entlang des Erie-Sees, zwischen Detroit und den Niagarafällen. Es sind die südlichsten Erdbeerkulturen Kanadas, was vor allem am Kontinentalklima der Region liegt. Im Sommer kann es hier ungewöhnlich warm werden. Eine Vielzahl von Anbauern hat neuerdings Tunnelkulturen eingerichtet. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf immertragenden Sorten, vor allem `Albion´, die das warme Wetter besonders gut verträgt. Unter den Juniträgern wird indes auf bekannte Sorten gesetzt: `Honeoye´, `Veestar´, `Jewel´. Beinahe alle Betriebe unterhalten Felder zum Selberpflücken und eigene Hofläden.

Brad Raymonts gehört einer dieser Betriebe. In Leamington baut er auf 6 ha im Freiland sowie 1 ha unter Tunnel Erdbeeren an. Kultiviert wird auf erhöhten Dämmen mit schwarzer Folie und T-Tape Tropfbewässerung. Im September pflanzt Raymonts `Albion´- und `San Andreas´-Plugpflanzen. Im Folgejahr beginnt die Ernte bereits im Mai und hält bis Ende Juni an. Danach folgt eine ausgiebige Bewässerung. Ende Juli bis Ende September erntet Brad Raymonts ein zweites Mal.

Rudi Heeman ist Anbauer in zweiter Generation. Bereits Heemans Eltern züchteten Blumen. Nun baut der Landwirt, der niederländische Wurzeln hat, auf 30 ha Erd- und Himbeeren, sowie Ackerbaukulturen an. Immertragende Sorten baut er im Freiland auf erhöhten Dämmen mit weißer und schwarzer Folie an. Im April setzt Heeman die `Albion´ Frigopflanzen in ein Doppelreihensystem. Die Parzellen überwintern unter einer Vliesabdeckung und werden auch im zweiten Jahr geerntet. Die Juniträger setzt er als Frigopflanzen im Juni. Diesmal erfolgt die Pflanzung im Freiland und in einfachen Reihen. Im sogenannten matted row-System verwurzeln die Ausläufer und werden erst im Folgejahr geerntet. Heeman kultiviert die frühen Sorten `Wendy´, `Honeoye´ und `Jewel´, sowie die mittleren Sorten `Veestar´ und `Galetta´. Auch `Sunset Valley´ baut Heeman als späte Sorte an.

Anbau in Quebec

In diesem Teil Kanadas konzentriert sich der Erdbeeranbau rund um die Stadt Quebec, besonders in der Gegend der Île d’Orléans, einer 34 mal 8 km großen Insel im Sankt Lorenzstrom und im Gebiet der South Shore im Süden.

Durch die Lage herrscht hier ein günstiges Mikroklima, in dem eine Vielfalt an Pflanzen wie Kartoffeln, Ahorn zur Sirup-Produktion, Himbeeren, Brombeeren und Schwarze Johannisbeeren gedeihen. Auch die Nähe zur Metropole Quebec City macht das Anbaugebiet für Züchter reizvoll. Die Onésime Pouliot Farm gehört zu den größeren Betrieben der Gegend. Die Brüder Guy und Daniel Pouliot leiten die Farm in siebter Generation. Zwischen Juni und Oktober produzieren sie gemeinsam mit 150 Angestellten Erdbeeren, Himbeeren, Süßkartoffeln und Amerikanische Heidelbeeren.

Ein weiterer Großbetrieb ist jener von Andre Gosselin auf der Île d’Orléans nahe Quebec City. Nach europäischem Vorbild wird hier auf 12 ha unter Tunneln Substratkultur betrieben. Zusätzlich bewirtschaftet Gosselin seit neustem auch einige Hektar Substratdämme im Freiland, angelegt von Axel Hochstädter. Hauptsorte ist hier `Seascape´. Die Vermarktung erfolgt auf eigene Faust unter der Marke „Île d’Orléans“. Auch Himbeeren und Brombeeren werden unter Tunnel auf Substrat angebaut.

Ein drittes Anbaugebiet befindet sich 120 südlich von Quebec Richtung Montreal. Hier liegt auch Kanadas größter Erzeugerbetrieb FraiseBec. 1978 von Yvon Charbonneau gegründet, befindet sich der Betrieb auch heute noch in Saint-Anne-des-Plaines in North Shore. Inzwischen haben zwei von Charbonneaus Kindern, Isabelle und Simon, das Unternehmen übernommen und bewirtschaften mit 300 Saisonarbeitern 60 ha Anbaufläche. Die geernteten Erd- und Himbeeren liefert FraiseBec an Supermarktketten wie Metro, Loblaws, Provigo und Walmart, aber auch an kleinere Händler und Märkte.

In Quebec beginnt die Ernte Mitte Juni mit den Juniträgern und dauert bis Mitte Oktober, wenn die Früchte der immertragenden Sorten reif sind. Die beliebtesten Sorten sind `Clery´, `Jewel´ und neuerdings auch `Stella´, eine Sorte, die von Lassen Canyon stammt. Sorten wie `Malvina´ hingegen gedeihen unter den lokalen klimatischen Bedingungen nur schlecht.

Die Kultur der Juniträger erfolgt in 75 bis 100 cm³ Trays. Zwischen Ende August und Anfang September werden diese Juniträger dann als Kleinballenpflanzen auf den Produktionsfeldern in den Boden gesetzt. Im Herbst decken die Anbauer die Pflanzen mit Vlies ab, um sie so vor Winterfrost und vorzeitiger Blüte im Frühjahr zu schützen. Schneeperioden von fünf oder sechs Monaten Länge sind in Kanada durchaus üblich und bieten so bereits einen guten Frostschutz.

Dennoch rechnen die Anbauer mit 10 bis 20 % Verlust durch den Winterfrost. Der Ertrag liegt für gewöhnlich bei 14 bis 17 t/ha. Oft werden die Felder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und so ziehen die Pick-Your-Own-Strawberries-Felder besonders in der Region rund um Quebec Tagestouristen an.

Bei den immertragenden Sorten stellt `Seascape´die Hauptsorte dar: Die dunkelrote Farbe sowie die gute Lagerfähigkeit machen sie bei den Kunden beliebt. Die Felder werden größtenteils im März mit A+-Frigopflanzen angelegt, mit einer Dichte von 15 000 bis 22 000 Pflanzen pro Hektar. Von den ersten Blütenzweigen werden im Juli etwa 150 Gramm je Pflanze geerntet. Die Haupternte beginnt jedoch erst im August. Dann steigt der Ertrag pro Pflanze auf 600 bis 700 g und es kann bis Anfang Oktober geerntet werden. Einige Züchter verwenden auch Kleinballenpflanzen die Anfang Juni gepflanzt und Anfang August erntefähig sind.

Die zweite Ernte beginnt dann bereits um den 20. Juni, bringt jedoch kleinere Früchte hervor. Mit dieser Anbaumethode können Lücken auf dem Markt ausgeglichen werden. `Seascape´ bringt besonders gute Ergebnisse in Freilandkultur hervor, unter Tunneln hingegen leidet durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Festigkeit der Früchte. `Monterey´ eignet sich besser für Tunnelkulturen und bringt Erträge von 15 bis 20 t/ha hervor.

Organisation der Anbauer

David Lemire ist Vorsitzender der Erzeugerorganisation „Association des producteurs de fraises et framboises du Quebec“. Er selbst besitzt seit 50 Jahren einen Familienbetrieb und baut neben Erdbeeren auch Himbeeren und Tomaten im Tunnel an. Zum Heizen seiner Tunnel nutzt Lemire Energie aus Biomasse. 1998, so erzählt David Lemire, schlossen sich Erdbeeranbauer aus der Region zu einer Interessengemeinschaft zusammen, zunächst um gemeinsame Marketingmaßnahmen gegen den Import preiswerter Beerenfrüchte aus Kalifornien zu beschließen. Obwohl man anfangs national agieren wollte, spalteten sich Anbauer aus Ontario bald größtenteils ab.

Inzwischen hat sich die Organisation zu einer festen Größe entwickelt, deren Werbemaßnahmen Früchte tragen: Die Kunden aus Quebec sind ihrer lokalen Marke „Fraîches du Quebec“ treu. Einige größere Anbauer betreiben außerdem Eigenmarken, um den Absatz anzukurbeln und mehr Einfluss auf dem Großmarkt zu gewinnen.

Die Anbauerorganisation versammelt sich dreimal jährlich und entwickelt Absatzstrategien und Verkaufsaktionen. Dabei verfügen die meisten Züchter über vielfältige Verkaufskanäle: Hofläden, Kleinhändler und Supermärkte. Aber auch die „Farmers Markets“, also Märkte auf denen lokale Landwirte ihre Waren zum Direktverkauf anbieten, sind besonders in Quebec sehr beliebt. Vor allem kleine Betriebe können hier ihre Ware an den Mann bringen.

Die Erdbeeranbauer in Quebec veranschlagen einen Durchschnittspreis von 20 kanadischen Dollar für eine 5-kg-Kiste Früchte. Bei größeren Abnahmemengen ist es durchaus üblich, dass Preisabsprachen auf Wochenbasis getroffen werden, meist einige Wochen im Vorhinein. Je nach Marktangebot ist der Preis oft sogar bis zehn Tage vor Produktkauf verhandelbar. Umso wichtiger ist es, dass die Landwirte, wie zuletzt bei `Seascape´, mit Hilfe wissenschaftlicher Untersuchungen genaue Erntevorhersagen treffen können. Während sich das Vorhersagemodell bei `Seascape´ bewährt hat, wird nun bereits an Erntevorhersagen für andere Sorten geforscht. Bis zu drei Wochen im Voraus sollen die Erdbeeranbauer so ihren Ertrag voraussehen können.

Philip Lieten, Fragaria Holland und Nicole Gallace, PCFruit Belgien


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Ausgabe 01/2017

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