16.11.2018

Auf die Mechanik bauen!

Am 19. September eröffneten Karl Schulze Welberg, Obstanbauberater der LWK NRW, und Sandra Nitsch, im Namen des Obstbauteams aus Münster-Wolbeck die Maschinenvorführung auf dem Spargelhof Kemna in Dorsten. Man merkte förmlich, dass das Thema „Maschinelle Ausläufer- und Unkrautbekämpfung im Erdbeeranbau“, "unter den Nägeln brennt", denn etwa 200 Gäste waren angereist.

Der Spargelhof von Barbara und Johannes Kemna bot ideale Rahmenbedingungen für die von Sandra Nitsch und Karl Schulze Welberg (beide LWK NRW) organisierte Maschinenvorführung
Foto: Kühlwetter

„Mit Basta war es einfach“, so Sandra Nitsch vom Pflanzenschutzdienst NRW, „aber jetzt wird es mit einem verlässlichen und legalen Herbizideinsatz sowie dem "Totspritzen" der Ausläufer schwierig. Die BASF ist Wirkstoffinhaber von Glufosinat und wird in Europa keine Wirkstoffzulassung betreiben. Somit besteht keine Hoffnung, dass wir Basta in den nächsten vier bis sieben Jahren wieder zurückbekommen.“

Eine Neuausrichtung, also "auf die Technik bauen", ist unter Berücksichtigung der Anbauart und der Flächengröße daher erforderlich. Teilweise haben sich die Anbauer schon auf die Suche nach Alternativen gemacht und die Zusammenarbeit mit Maschinenbaubetrieben angestrebt, teilweise wird noch erwägt und mit den Entscheidungen gehadert. Wie lassen sich die mechanischen Lösungen mit den chemischen Möglichkeiten, die noch zur Verfügung stehen, kombinieren? Welche Arbeitsabläufe können verbunden werden? Ist es vielleicht auch sinnvoll, einzelne Arbeiten durch einen Lohnunternehmer verrichten zu lassen? Welche Maschinen sind bereits praxistauglich und welche könnten es werden? Welche bisher in der Landwirtschaft praktizierten Ansätze können für den Erdbeeranbau verfeinert werden?

Zehn Firmen, teils aus der näheren Umgebung, teils von weiter entfernt kommend, wie die Firma Einböck aus Österreich, wurden eingeladen, um ihre Maschinen vorzustellen: Bäcker LU, Böckenhoff, Einböck, Heilers (Lewe), Heuling, Kress, Metasa, Schmotzer, Schröder und Zasso. Der Betrieb Kemna bot sich für diesen Tag an, da er Erdbeeren auf einer Fläche von 4 ha anbaut - sowohl im Flachanbau als auch in der Dammkultur. Damit die praktischen Vorführungen vonstatten gehen konnten, wurde zur Vorführung der Hacktechnik das Stroh in den Reihen einige Wochen vorher gefräst und die Tunnelerdbeeren noch stehengelassen. Diese fielen daher üppiger als zum normalen Bearbeitungszeitpunkt aus.

In diesem sowie im letzten Jahr waren die Witterungsbedingungen schwierig und extrem gegensätzlich.  Teilweise, das war regional unterschiedlich, waren die Böden aufgrund der Trockenheit extrem hart, schon fast betonartig. Das in den Reihen liegende Stroh erwies sich als so gut wie gar nicht verrottet, es befand sich fast im ursprünglichen Zustand. Dieses sorgte bei den Maschinenbetrieben für eine neue Problematik. Bei sommerlichem Wetter erläutere Schulze Welberg die Aufteilung der Vorführungen, zum einen den Bereich der zweijährigen Kultur auf Spargeldoppeldämmen mit Folie und zum anderen den Bereich der zweijährigen Freilandflachkultur mit Stroheinlage.

Roboter von naio Technologies

Was gibt es für einen autonomen Roboter zwischen den Erdbeerreihen zu tun? Die Firma K.U.L.T., Kress Umweltschonende Landtechnik, hatte von naio Technologies den Roboter „OZ“ mit zur Vorführung auf den Spargelhof Kemna gebracht. Nachdem Carsten Prüße, K.U.L.T., Einstellungen wie Reihenlänge, Reihenweite, Umdrehzirkel und Entfernung zur Pflanze programmiert hatte, ging es los.

Gibt es ein Problem, so stellt sich das System ab und der Anbauer erhält zur Problemlösung einen Anruf.

Die große Beetmaschine „DINO“ verfügt über eine Spurbreite von 1,5 bis 2 m und ist nicht für den Dammanbau geeignet, sondern eignet sich nur für den Einsatz zwischen den Reihen. Das Arbeiten in der Reihe ist ein Projekt für die Zukunft.

Böckenhoff GmbH

Bernhard Böckenhoff stellte den kleinen und den großen Erdbeerfuchs vor. Der kleine Erdbeerfuchs, oder auch „Tunnelfuchs“, ist eine kompakte Maschine: Höhe 1,50 m, Breite 2,00 m, Länge 2,00 m. Der Entranker verfügt über eine Welle, die hydraulisch angetrieben wird. Der „Tunnelfuchs“ ist zur Seite ausgelegt, so können äußere Reihen der ein- sowie zweijährigen Pflanzen in den Tunneln problemlos entrankt werden. Auch der mittlere Bereich einer Doppelreihe wird effektiv bearbeitet. Dieser Vorgang geht bei einer Geschwindigkeit von 1–1,5 km/h vonstatten. Über Gummipaddel erfolgt die Feineinstellung. Somit kann eine genaue Dammanpassung erfolgen. Die Höhe des Stutzens der Hauptpflanze kann durch Einstellung der Schlegel variiert werden. Die Einstellung richtet sich nach der Häufigkeit, der Wüchsigkeit und dem Zeitpunkt (direkt nach der Ernte oder späte Behandlung).

Durch regelmäßige Anwendungen ist die Erdbeerpflanze "positiv gestresst", der arbeitsintensive Vorgang des Kronenbrechens könnte somit eingespart werden. Es erfolgt keine Bodenbearbeitung, der Boden wird nicht bewegt! Je gleichmäßiger die Dämme und je sauberer die Folien gelegt sind, desto besser kann die Maschine eingestellt werden. Normalerweise sollte die Distanz der Gummischlegel zur Folie 2 cm betragen. Sind die Dämme unregelmäßig, erfordert dieses einen höheren Abstand. Bei einer frischen Anpflanzung im Juli könnte bereits im August das Abtrennen der Ranken erfolgen. Ein Schutzblech kann eingesetzt werden, so dass die Hauptpflanze nicht bewegt wird. Der „Tunnelfuchs“ zählt zu den Neuheiten von Böckenhoff, er befindet sich das zweite Jahr im Verkauf.

Der Erdbeerfuchs hat sich bereits seit zehn Jahren bewährt, verfügt über zwei Wellen und bearbeitet die Flächen bei einer Geschwindigkeit von 3,5–4 km/h. Große Tasträder sorgen dafür, dass ein automatisches und präzises Entlangfahren an den Dämmen möglich ist. Die Maschine findet Verwendung im Anbau mit Dämmen in Einzel- oder Doppelreihen, aber auch im Anbau ohne Dämmen.

Einböck

Mario Nink, für den Verkauf und Service in Nord- und Westdeutschland bei Einböck zuständig, führte zwei Maschinen des österreichischen Herstellers vor. Seit knapp 40 Jahren gehört die Hacke zum Produktprogramm der Firma, somit handelt es sich um eine ausgereifte Technik, mit jahrzehntelanger Erfahrung. Der Rollstriegel zählt seit fünf Jahren zum Sortiment von Einböck. Eine Tellerhacke, welche unter anderem speziell für den Erdbeer-, Kürbis- und Zucchinianbau ist, befindet sich in der Testphase und wird voraussichtlich Ende 2019 auf den Markt kommen.

Nink stellte vor Ort die sechsreihige, kameragesteuerte Hacke Chopstar und den Rollstriegel Aerostar Rotation 300 vor. Der Chopstar ist so konzipiert, dass sich durch einfache Handgriffe aus einer Heck- eine Fronthacke machen lässt, ebenso kann die Breite der Hacke individuell nach Kundenwunsch bis auf maximal 12 m angepasst werden. Zusätzlich bietet Einböck eine Kamerasteuerung als Zubehör an. Die Präzisions-Kameralenkung Row-Guard versucht mit den Hackscharen so nahe wie möglich an die Kulturpflanze heranzuarbeiten, ohne diese zu beschädigen. Die Kamera erkennt zuverlässig die Reihe und steuert über einen hydraulischen Verschieberahmen das Hackgerät exakt zwischen den Reihen. Beim vorgestellten Modell waren fünf S-Zinken montiert, Vibrozinken mit unterschiedlichen Scharbreiten wären ebenfalls als Ausstattung möglich. Anstelle der montierten Rankenschneider müssten in Zukunft größere Scheiben eingesetzt bzw. der Druck über die Federn erhöht werden, um ein sauberes Abschneiden und eine Einstellung auf die Bodenverhältnisse zu gewährleisten.

Der ebenso vorgeführte Rollstriegel Aerostar Rotation arbeitet reihenunabhängig mit einer Breite von 3 m und verbindet die Vorzüge des Hackstriegels mit denen einer Rotorhacke. Selbst harte Bodenverkrustungen können aufgebrochen werden. Gewählt werden kann zwischen einer aggressiven Einstellung oder einem „sanften“ Striegeln bei empfindlichen Sonderkulturen. Über einen Hydraulikzylinder kann der Druck auf die Rollen variiert werden. Die Erdbeerpflanzen sollten gut verwurzelt sein, bei Neuanpflanzungen funktioniert das Striegeln mit dem Aerostar Rotation nicht. Geläufig ist derzeit eine Anwendung im März, wenn die Pflanzen noch von geringem Habitus sind.

Heilers (Lewe)

Bei der Maschine von Heilers (Lewe) handelte es sich um einen Prototyp. Dieser wurde kundenspezifisch über den Zeitraum von etwa anderthalb Jahren von der Firma Lewe und dem Obstanbaubetrieb Andreas Rahmann entwickelt. Anwendung findet die Technik ausschließlich im Freiland, sowohl im Flachfeld als auch in der Dammkultur. Bei Rahmann wird das Gerät zwischen den Doppeldämmen mit Folie (Grothuesdämme) bei einem Reihenabstand von 1,60 m eingesetzt. Die Vorarbeit leistete zuvor in den Reihen der Erdbeerfuchs von Böckenhoff. Anschließend kam dann die neue Maschine zum Zuge. Nach der Ernte war sie dieses Jahr pro Fläche etwa zwei bis drei Mal im Einsatz und der Anbaubetrieb konnte so fast ganz auf chemische Behandlungen verzichten.

Der Erdbeergrubber mit Rankenschneider schneidet die Ranken in der Rinne, die Stachelwalzen vermischen das Stroh und die Rankenteile mit der in diesem Fall sehr lehmhaltigen Erde. Der Boden, auch die tieferen Erdschichten, wird gelockert und das Unkraut bekämpft. Große Erdbrocken werden zerkleinert und anschließend wieder rückverfestigt. Die robusten Walzen - pro Reihe zwei hintereinander gelagerte Walzen mit unterschiedlichem Durchmesser - verkleben und verdichten dabei nicht.

Heuling Maschinenbau

Gezeigt wurde von Laura und Ulrich Heuling zum einen die schon seit 2006 bewährte Reihenbürste und eine Neuheit, ein selbstfahrender Rankenschneider. Die Reihenbürste, die in der Regel im Frühjahr eingesetzt wird, konnte in Dorsten in dem dichten Pflanzenbestand zeigen, dass sie auch doppelreihige Dämme effektiv reinigt. Gezielte Einstellungen ermöglichen es, dass die Dammfolien nicht verletzt werden. Die Kunststoffbürsten lassen sich einzeln einstellen. In der reichhaltigen Angebotspalette von Heuling befindet sich bereits seit 2006 ein Rankenschneider für Dammkulturen. Dieser wird sowohl für den Front- als auch für den Heckanbau gefertigt. Jedoch wollte das Unternehmen, unter Verwendung der bisherigen Technik, für die sensible Arbeit des Rankenschneidens eine Maschine entwickeln, mit der sich der Kultivateur näher an den Pflanzen/Dämmen befindet und Bodenverdichtungen vermieden werden. Der Fahrer sitzt seitlich am Gerät, sodass auch ein Einfahren in die äußeren Bereiche der Tunnel möglich ist. Jedes Schneidelement wird durch ein eigenes Fahrgestell zum Damm geführt, der Gummifingerrotor hebt die Ranke an und führt sie zum Messer. Voraussetzung für erfolgreiche Behandlungen, das heißt, dass 90% gegenüber der manuellen Vorgehensweise eingespart werden, ist die gleichmäßige Dammflanke und die Folienqualität (mindestens 50µ, gute Qualität). Der Geräteträger oder auch "Selbstfahrer" lässt sich mit einem Diesel- oder Benzinmotor ausstatten. Ein Geräteträger ermöglicht das Anbringen des Rankenschneiders oder der Substratfräse. 

Zweijährige Freilandflachkultur mit Stroheinlage

K.U.L.T. Kress umweltschonende Landtechnik

Carsten Prüße von K.U.L.T. stellte eine Hacke mit parallelogrammgeführter Sternhacke vor. Hier handelt es sich um eine schlagkräftige Maschine, die exakt auf die betrieblichen Anforderungen zugeschnitten ist. Geeignet ist die Technik sowohl für den Einsatz im einjährigen als auch im zweijährigen Anbau. Bei erhöhter Strohmenge (Strohverspätung) kann als Vorarbeit ein einmaliges Fräsen notwendig sein, ansonsten ist dies nicht erforderlich.

Das "Vielfachgerät", erhältlich in verschiedenen Größen und Ausführungen, hackt schnell und effektiv zwischen den Pflanzenreihen (zwischen den Dämmen). Damit die Erdbeeren nicht mit Erde zugedeckt werden, sind im vorderen Bereich Schutzscheiben eingebaut. Im hinteren Bereich ist eine Fingerhacke nachgelagert, damit innerhalb der Reihe eine zusätzliche, effektive Unkrautbekämpfung erfolgt. Der Abstand zu den Pflanzen kann individuell eingestellt werden. Gelenkt wird die Maschine mechanisch. Ausgestattet ist sie mit einer Oberlenkersteuerung, das heißt, dass die Schneidstützräder aktiv mit dem Oberlenker verbunden sind und sich in einer zentralen Position hinterm Trecker befinden. „So genau wie der Fahrer mit dem Schlepper fährt, so genau ist auch die Hacke!“ Prüße erklärte, dass es sich bei den Rankscheiben für das Abranken der Erdbeerausläufer noch um einen Prototyp handelt. An den Feinheiten wird noch gearbeitet.

Metasa GmbH

Jörg Amft, Inhaber der Metasa GmbH, präsentierte den dreireihigen Spurlockerer, eine Neuheit aus der ProfiStar-Serie (seit 2016 im Verkauf): Das Gerät ist in zwei-, drei- und mehrreihiger Ausführung erhältlich. Alle festen und aktiven Teile sind separat und einfach in der Höhe und Breite verstellbar. Dies ermöglicht eine gute Reihenanpassung. Grundrahmen, Scheibensech, Tiefendorn und Krümlerwalze bilden eine Einheit. Die Krümlerwalze ist in Rohrvariante oder Flacheisenvariante erhältlich. Das Gerät ist zur Bearbeitung zwischen den Reihen (auch bei Dammkulturen) vorgesehen und kann zur Ausläufer- oder zur Unkrautbekämpfung mit Scheibensechen bzw. diversen Grubberscharen ausgestattet werden. Um noch ein effektiveres Ergebnis bezüglich Bodenbearbeitung und Unkrautbekämpfung zu erzielen, ist die Kombination mit einem Vorsatzrahmen empfehlenswert.

Maschinenfabrik Schmotzer GmbH

Jürgen Seufferlein bei Schmotzer für Verkauf, Beratung und Support zuständig, erläuterte den Besuchern die Maschine, für die sich die Firma Schmotzer aus der großen Angebotspalette, zur Vorführung in den Erdbeerkulturen entschieden hat. Und zwar für eine 4 x 1 m große Hacke mit zwei Parallelogrammen pro Zwischenreihe. Bei den gegebenen Bedingungen stellte sich heraus, dass durchaus ein Parallelogramm ausreichend gewesen wäre. Verbaut wurde das Kombi-Parallelogramm, da es bis zu einer Durchgangshöhe zu einem Meter generiert und mit entsprechen Werkzeugen ausgestattet werden kann. In diesem Fall handelte es sich um einen Heckanbau, ausgestattet mit der Kamerasteuerung Claas E-System und dem Verschieberahmen AV5. Für die Steuerung muss die Erdbeerreihe klar erkennbar sein. Ein Front- und Zwischenachsanbau (unter bestimmten Voraussetzungen/Höhe Mittelholm) ist möglich.

Aufgrund der Strohbeschaffenheit, um Stau zu vermeiden, entschied man sich für drei Hackmesser mit einer Arbeitsbreite von 240 mm. Bei diesen Messern handelte es sich um Gänsefußmesser mit geradem Schaft, kombiniert mit Vibrofedern. Jedes Messer kann einzeln in der Höhe eingestellt werden. An den Seiten befanden sich 280er Schneidscheiben, die zum einen starr, aber auch in der Höhe verstellbar, montiert werden können. In Zukunft werden größere Schneidscheiben (etwa 400 mm) eingesetzt, um schwerpunktmäßig die Ranken sicher und gleichmäßig abschneiden zu können. An das Parallelogramm können noch etliche Zusatzwerkzeuge angeschlossen werden, zum Beispiel Häufelscheiben (diese sorgen dafür, dass der Damm vorne abgeschält und hinten wieder angefüllt wird), Fingerhacke, Häufelkörper ….

Heinrich Schröder Landmaschinen KG

Andreas Hasselmeyer, im Unternehmen Heinrich Schröder Landmaschinen KG für die Technik und die Konstruktionen zuständig, stellte die dreireihige Zwischenreihenfräse des Langfördener Unternehmens vor. Es handelte sich dabei um eine Alpego-Fräse mit Mittelantrieb, die speziell für den Erdbeeranbau umgebaut wurde. Umgekehrt kann sie durch ein paar Handgriffe auch wieder als normale Fräse eingesetzt werden. Verwendet werden kann die Maschine sowohl für den ein- als auch für den zweijährigen Anbau, derzeit mit dem festen Reihenabstand von 1 m. Die Fahrgeschwindigkeit kann je nach Stroh- und Bodenbeschaffenheit zwischen 4 und 7 km/h variieren, eine Frästiefe von 5 bis 12 cm ist möglich.

Im vorderen Teil des Gerätes befinden sich kugelgelagerte und gewellte Sechscheiben, die die Erdbeerranken durchtrennen und das Stroh schneiden, damit eine mögliche Haufenbildung vermieden wird. Integriert in den Fräsraum wurde ein Schutzblech, welches die Pflanzen vor Verschmutzung schützen soll. Nachgelagert befinden sich drei einzelne Stabwalzen (Einzelaufhängung), die für eine Rückverfestigung der Bodenstruktur sorgen. 2017 ist die Zwischenreihenfräse neu auf dem Markt gekommen und wurde in dem Jahr einmalig verkauft, 2018 waren es bereits acht Ausfertigungen. Demnächst wird diese Maschine auch für einen Erdbeerreihenabstand von 90 cm angeboten.

Bäcker, Badalini

Lohnunternehmer Mark Bäcker hatte eine sechsreihige Badalini-Fräse zur Vorführung mitgebracht, die bei ihm im Unternehmen im dritten Jahr im Einsatz ist. Seit dem letzten Jahr vermerkte er eine zunehmende Nachfrage. Es wurden etwa 80 ha/Jahr mit der Maschine bearbeitet. Die Flächenleistung bei normalen Bedingungen (Abschlagen der Ranken und Einfräsen des Strohs) liegt bei 1-1,5 ha pro Stunde, pro Erdbeerfläche sind ein bis zwei Anwendungen pro Jahr - in Kombination mit den chemischen Anwendungen - sinnvoll. Die zweite Bearbeitung geht in der Regel schneller vonstatten als die erste. Um effektiv arbeiten zu können, ist es wichtig, dass die Tropfschläuche direkt unter der Pflanze liegen  und auch am Ende der Reihe gerade herausgelegt werden.

Um eine kontinuierliche Anpassung an den Boden zu gewährleisten und damit die Fräskörper bei Steinen oder Strohverschiebungen ausweichen können, sind die Elemente einzeln aufgehängt. Die Frästiefe (5-18 cm) lässt sich variieren, die Reihenabstände sowie die Reihenbreite können auch eingestellt werden. Der Lohnunternehmer stellt die Fräse nach den Wünschen des Anbauers und den Begebenheiten vor Ort ein.

Zasso GmbH

Bei dem Produkt, "The Digitale Herbicide", handelt es sich um Prototypen, die sich seit Anfang 2017 in der Entwicklung befinden. Thomas Gennen, Project Supply Chain Manager, stellte dieses System für die Zukunft vor, welches möglicherweise 2020 auf den Markt kommen wird. Die Wirkung auf die Unkräuter ist bei allen Geräten, ob es später um ein handgeführtes Gerät für den Endverbraucher oder einen großflächigen Schleppereinsatz geht, gleich. Der elektrische Strom erreicht über die Blätter die Wurzeln und wandert in den Boden. Gegen gängige Problemunkräuter werde so vorgegangen, stark verwurzelte Unkräuter (ältere Ampferpflanzen) benötigten einen höheren Energieeintrag. Positive Erfolge wurden bei der Kartoffelsikkation erzielt. Versuche haben gezeigt, dass weder die Lagerfähigkeit noch die Keimfähigkeit der Kartoffeln beeinflusst wird.

Im Erdbeerbereich lief vor kurzem der erste Versuch. Eine reine Unkrautreihenbehandlung wäre möglich. In wie weit eine Ausläuferbehandlung Reaktionen auf die Hauptpflanze haben kann, ist derzeit noch schwer abschätzbar. Die Auswirkungsform und auch Fahrgeschwindigkeit richtet sich nach der Applikationsbreite, der Unkrautdichte, dem Boden und der Feuchtigkeit.

Weitere Vorteile:

-   Nicht chemisch und daraus resultierend rückstandsfrei

-   Reihen- und Flächenbehandlung möglich

-   Boden wird nicht bewegt, keine Probleme mit Erosion, keine Auswirkungen auf die Bodenlebewesen (Boden darf jedoch nicht zu nass sein)

-   Anwendungen zeigen Wirkung über einen langen Zeitraum, in manchen Kulturen (Unkrautdichte) könnte ein einmaliger Einsatz ausreichen

-   Voraussichtlich auch für Biobetriebe geeeignet

Elke Schulze Scholle