15.06.2015

Auweiler Tunneltag

Ludger Linnemannstöns und Ulrich Herm erläuterten das Tagesprogramm
Foto: Aldenhoff

Auweiler Tunneltag

Stürmisch ging es zu beim 3. Auweiler Tunneltag im Versuchszentrum Gartenbau Köln-Auweiler. Trotz guter Resonanz seitens der Aussteller und der Besucher hätten sich die Veranstalter, die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer und der Landesverband Obstbau Westfalen-Lippe, an diesem 28. April 2015 wohl ein etwas laueres Lüftchen gewünscht. Petrus ließ den Wind wehen als wollte er einen Härtetest für die Hauptdarsteller, sprich die Folientunnel, veranstalten.

In seiner Eröffnungsansprache wies Beerenexperte Ludger Linnemannstöns von der Landwirtschaftskammer auf die Themen des Tages hin. Neben dem geschützten Anbau von Beeren, insbesondere Erdbeeren, war der Kirschessigfliege ein eigener Auftritt gewidmet. Die Hersteller von Netzen und anderen Lösungen zur Abwehr des Fraßfeindes Nr. 1 im Beerenobstanbau konnten ihre Produkte und Ideen dem Publikum präsentieren.

Mehrere Führungen durch die Versuche zum Beerenobstanbau wurden seitens der Berater und Versuchsansteller der Landwirtschaftskammer angeboten, die auch den ganzen Tag über als Ansprechpartner zur Verfügung standen. Im Erdbeeranbau im Wandertunnel geht es bei den Versuchen um Fragen zur Verfrühung, zu Sorten inklusive Remontierern, zum zweijährigen Anbau, zur Doppelabdeckung und zu Pflanztypen. Auch im Freiland werden Versuche zur Erdbeerkultur gefahren, beispielsweise zur Eignung verschiedener Sorten. Die Substratkultur von Erdbeeren wird in Auweiler in verschiedenen Damm- und Stellagensystemen getestet. Dabei stehen ebenso Fragen zu Sorten, Pflanztypen und –zeitpunkten sowie zu Substratvolumen, Bewässerung und Düngung im Fokus.

Auch die ökologische Produktion von Erdbeeren wird im Versuchszentrum im Rahmen eines vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) geförderten Projektes unter die Lupe genommen. Fragestellung ist dabei die Erzeugung von Öko-Erdbeerjungpflanzen in verschiedenen Vermehrungsverfahren, wobei vor allem verschiedene Anzuchtsubstrate untersucht wurden.

In den Versuchen zum Himbeeranbau steht die Kultur von Long Canes im Vordergrund. Diese gekühlten Ruten erlauben einen terminierten Anbau, der besonders für Direktvermarkter interessant sein kann. Vieles hängt von der Rutenqualität ab, wie Ludger Linnemannstöns betonte. Auch das Sortenkarusell sei bei Himbeeren aktuell in Bewegung, weshalb auch hierzu Versuche gefahren werden. Des Weiteren geht es um Fragen zu Düngestrategien, Pflanzdichte und zur Anzahl der Ruten/Topf.

Auch Versuche zum Anbau anderer Beerenobstarten wie Brombeeren, Heidelbeeren und Johannisbeeren konnten beim Auweiler Tunneltag besichtigt werden.

Knapp 70 Aussteller

Auf dem Gelände säumten zahlreiche Aussteller die Versuchstunnel und –gewächshäuser, die ihre Produkte rund um den intensiven Beerenanbau präsentierten. Insbesondere die Hersteller von Tunneln und Maschinen hatten keine Mühen gescheut, Tunnelmodelle aufzubauen bzw. schweres Gerät nach Auweiler zu schaffen.

Im direkten Kontakt mit den zuständigen Firmenvertretern konnten sich die Besucher über neue und bewährte Produkte informieren. Allein 13 Firmen fanden sich im Verzeichnis unter der Rubrik Tunnel und Folien, darunter einige Tunnelhersteller, die zum ersten Mal dabei waren. Auch Pflanzenzüchter und –vermehrer, Anbieter von Bewässerungskomponenten, Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln sowie mehrere Substrathersteller boten ihre Waren an. Mit Maschinen waren sieben Aussteller in den Kölner Nordwesten gekommen, zahlreiche Anbieter von sonstigem Zubehör wie Gefäße, Verpackungen, Stellagen, Netzen usw. waren ebenfalls vertreten.

Allen Ausstellern gemein war, dass sie bei der Veranstaltung unter freiem Himmel mit den teilweise heftigen Windböen zu kämpfen hatten, um ihre Stände, Plakate und Flyer zu sichern. Nachdem Petrus am Nachmittag auch noch Wasser schickte, löste sich die gelungene Veranstaltung vorzeitig auf. Die zentrale Botschaft war bis dahin aber längst angekommen: der intensive Beerenobstanbau hat viele Facetten, es gibt Einiges zu beachten und zu entscheiden, aber Offizialberatung, Versuchswesen und die Zulieferfirmen mit ihrem Knowhow stehen den Gärtnern mit Rat und Tat zur Seite.

Sabine Aldenhoff