24.03.2021

Baden-Württemberg: Weniger Erdbeeren und Spargel 2020

Foto: Valenta

Insgesamt 211.000 Tonnen Obst haben die genossenschaftlichen Erzeugermärkte 2020 vermarktet: Das sind knapp 31.700 Tonnen oder 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Mengenrückgänge von rund 12 Prozent verzeichnet die genossenschaftliche Gemüsewirtschaft. Insgesamt wurden 83.000 Tonnen zur Vermarktung angeliefert, knapp 11.700 Tonnen weniger als ein Jahr zuvor. Beim Umsatz können jedoch Steigerungen vermeldet werden: Der Gesamtumsatz der genossenschaftlichen Erzeugergroßmärkte und ihrer Vertriebsgesellschaften belief sich auf 511 Millionen Euro, ein Plus von 19 Millionen Euro oder vier Prozent. Die Obstumsätze lagen 2020 bei 206 Millionen Euro (Vorjahr: 177 Millionen Euro) – ein Plus von 16 Prozent. Gemüse erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 251 Millionen Euro (Vorjahr 253 Millionen Euro) – ein leichtes Minus von 0,9 Prozent. Glaser: „Die höheren Umsätze haben die Betriebe dringend benötigt, um die stark gestiegenen Ausgaben durch Corona zumindest teilweise abfedern zu können. Die Auflagen hinsichtlich Hygiene und der Unterbringung von Hilfskräften haben zum Teil hohe Investitionen erfordert.“

Erdbeeren: Weniger Menge, aber mehr Umsatz

Durchschnittlich 3,06 Euro erzielten die Erzeugermärkte vergangenes Jahr pro Kilogramm Erdbeeren, das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr (2,78 Euro). Insgesamt vermarkteten die Genossenschaften knapp 8.000 Tonnen, das sind 400 Tonnen oder fünf Prozent weniger als 2019. Dank der höheren Preise stieg der Umsatz um fünf Prozent auf 24,4 Millionen Euro (Vorjahr: 23,4 Millionen Euro). „Bis zum Beginn der Ernte der ersten Freiland-Erdbeeren in der ersten Maihälfte waren bereits zahlreiche Erntehelfer aus dem Ausland wieder verfügbar, sodass es keine großen Ernteausfälle gab“, berichtete der BWGV-Präsident.

Bei den Zwetschgen sank die Vermarktungsmenge um 26 Prozent auf rund 8.800 Tonnen (Vorjahr: 11.900 Tonnen). Der Umsatz reduzierte sich um sechs Prozent auf 8,95 Millionen Euro (Vorjahr: 9,5 Millionen Euro.) „Die Ernteausfälle sind vor allem Spätfrösten Mitte Mai geschuldet, die den Ertrag bei den frühen Zwetschgen-Sorten belasteten“, erklärte Glaser. Darüber hinaus reduziert sich die Anbaufläche für Zwetschgen perspektivisch schon seit einiger Zeit. „Die Zwetschgenproduktion wird in den kommenden Jahren weiter rückläufig werden“, betonte der BWGV-Präsident.

Spargel: Historisch niedriger Absatz durch Corona-Auswirkungen

Die Spargel-Saison 2020 startete ungewöhnlich früh, wobei die Vermarktung durch das Einsetzen der Coronavirus-Pandemie ab Mitte März stark eingeschränkt wurde. „Ernte- und Krisenbeginn fielen zusammen“, stellte Glaser heraus. Mit 4.700 Tonnen lag die Absatzmenge daher auf einem historisch niedrigen Niveau und 14 Prozent unter dem Vorjahr, als noch 5.500 Tonnen geerntet und vermarktet wurden. „Die fehlende Unterstützung durch ausländische Saisonarbeitskräfte aufgrund von Grenzschließungen und Quarantäneregelungen hat die Spargelbauern sehr hart getroffen. Konzepte zum Umgang mit der Pandemie lagen in dieser frühen Phase noch nicht vor und wurden erst nach und nach erarbeitet“, so der BWGV-Präsident. Manche Felder hätten überhaupt nicht abgeerntet werden können, sodass diese Felder für die komplette Saison ausgefallen seien. Glaser: „Wenn der schnell wachsende Spargel nicht rechtzeitig gestochen wird, fällt die Pflanze für die komplette Erntezeit aus. Er grünt innerhalb von 24 Stunden aus und ist für die Saison verloren.“

Darüber hinaus machte den Spargelbauern zu schaffen, dass die Gastronomie als Abnehmer des ersten deutschen Spargels in der Saison wegfiel. „Die große Bereitschaft der Bevölkerung im Frühjahr, auf dem Feld mitzuhelfen und die Betriebe bei der Ernte zu unterstützen, war überwältigend“, bedankte sich Glaser. Vor allem Studierende und Mitarbeitende aus der Gastronomie hätten sich spontan bereit erklärt, zu helfen. Auch wenn diese Aushilfskräfte naturgemäß die erfahrenen Saisonkräfte nicht in Gänze ersetzen konnten, so sei dies doch ein ungemein ermutigendes und wertschätzendes Signal gewesen. Diese Wertschätzung für den regionalen Spargel spiegelte sich auch in deutlich gestiegenen Kiloerlösen wider: Der durchschnittliche Kilopreis lag 2020 bei 5,33 Euro (Vorjahr 4,62 Euro). Mit 25,2 Millionen Euro konnte somit der Gesamtumsatz des Vorjahres nahezu gehalten werden (minus 1 Prozent).

Die 21 Obst-, Gemüse- und Gartenbaugenossenschaften sowie genossenschaftlichen Vertriebsorganisationen in Baden-Württemberg werden von rund 3.800 Einzelmitgliedern getragen.

Quelle: BWGV


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