20.09.2017

Ernteeinschätzung Obst und Gemüse 2017

Die Erdbeersaison war witterungsbedingt mehr als durchwachsen
Foto: Scheel

Bei der Witterung gilt für alle Kulturen: 2017 war ein Jahr mit einem sehr ungleichmäßigen Vegetationsverlauf, der März war zu warm, der April war am Anfang trocken und warm und in der zweiten Hälfte zu kalt mit den verheerenden Frostnächten für den Obst- und Weinbau, im Mai dann sommerliche Temperaturen, aber auch Hagel und Starkregen. Der Juni war ein warmer Sommermonat mit Hitzewellen und einer Trockenheit im Süden und Westen, während es im Nordosten zu nass war und schließlich war der Juli mit Starkregen und Hagel deutlich zu nass und regional kam es zu Überschwemmungen.

Ergebnisse im Detail: Kernobst

In Deutschland wird bei Äpfeln in diesem Jahr frostbedingt eine der kleinsten Ernten überhaupt erwartet. So ist in Deutschland von nur rund 555 000 t auszugehen, nach 1 033 000 t und damit 46 % weniger als im Vorjahr. Insbesondere in Baden-Württemberg werden frostbedingt deutlich weniger Äpfel erwartet, im Norden sieht es etwas besser aus.

In der Europäischen Union werden auch deutlich weniger Äpfel erwartet. So liegt die Ernteschätzung für die EU (28) bei 9 343 000 t und damit um 21 % niedriger als im Vorjahr.

Bei Birnen werden in Deutschland nur 19 000 t erwartet und damit 46 % weniger als im Vorjahr mit 35 000 t.

Steinobst

Die Kirschernte ist im gesamten Bundesgebiet durch Fröste massiv dezimiert worden. Große Totalausfälle sind insbesondere aus Baden-Württemberg zu vermelden, der Norden schneidet besser ab. Insgesamt wird in Deutschland bei Süßkirschen in diesem Jahr mit rund 14 000 t, und damit weniger als die Hälfte der Ernte von 2016 mit 29 400 t, erwartet. Dies ist 56 % weniger als der Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die 2017er Ernte ist damit eine der kleinsten Süßkirschenernten. Die Preise sind deshalb natürlich höher als im Vorjahr, aber das gleicht den Schaden bei weitem nicht aus. Besonders hart betroffen sind natürlich Betriebe mit einem Totalausfall.

Die Sauerkirschenernte 2017 dürfte ebenfalls frostbedingt nur um 9 000 t liegen und damit um 45 % unter der Vorjahresernte, bei allerdings angezogenen Preisen für die Verarbeitungsindustrie. Auch hier ist es die bisher kleinste Ernte.

Was für Kirschen gilt, gilt auch bei Pflaumen und Zwetschen, auch hier sind die Ernteerwartungen mengenmäßig sehr niedrig. Insgesamt ist 2017 nur mit einer Erntemenge von rund 22 000 t und auch hier ist mit einer der kleinsten Ernten zu rechnen, nach der schon kleinen Erntemenge von 37 800 t im Vorjahr. Auch hier liegen die Preise über Vorjahresniveau. Bei Mirabellen wird eine Erntemenge von rund 3 500 t nach 4 300 t in 2016 erwartet.

Erdbeeren

Die Erdbeersaison war witterungsbedingt mehr als durchwachsen. Auch hier gab es frostbedingte Ausfälle. Insgesamt war aber der Saisonverlauf von Süden nach Norden gleichmäßiger als in den früheren Jahren. Die feuchte Witterung im Juli hat den empfindlichen Früchten zusätzlich zugesetzt. Die nunmehr auslaufende Erdbeersaison war dennoch von einer gleichmäßigen Marktversorgung geprägt, der Norden hatte im Vergleich zu den vorherigen Jahren eine etwas bessere Saison. Gegenüber dem Vorjahr erwarten wir mengenmäßig rund 20 % weniger und damit eine Erntemenge von rund 120 000 t nach 150 000 t im Vorjahr. Neben dem Frost ist der Rückgang der Anbaufläche bei Erdbeeren dafür verantwortlich.

Strauchbeeren

Auch das Beerenobst wird in diesem Jahr das niedrige Vorjahresergebnis nochmals unterschreiten, da auch hier deutliche Schäden durch den Frost zu verzeichnen waren und die Witterung eher ungünstig war. Derzeit ist davon auszugehen, dass die Ernte 2016 von Roten Johannisbeeren bei knapp 4 000 t liegen dürfte, die bei Schwarzen Johannisbeeren bei 8 000 t und bei Himbeeren um 4 000 t. Die Heidelbeerernte dürfte um 8 000 t erreichen.

Gemüse

Die Erntesaison 2017 begann bei fast allen Kulturen mit dem warmen März sehr früh und wurde im April aber wieder gehemmt. Die Frostnächste im April haben – anders als beim Obst – im Gemüse lange nicht so deutliche Spuren hinterlassen. Es kam zu Verzögerungen beim Wachstum und einige Kulturen wie Bohnen oder Salate haben auch direkte Schäden durch den Frost erlitten. Stark- und Extremniederschläge haben vielen Gemüsekulturen auch in diesem Jahr wieder zugesetzt.

Spargel

Die Spargelsaison ist seit dem 24. Juni, dem Johannistag, beendet. Für den Spargel begann die Saison durch den warmen März sehr früh, im April war es dann über weite Teile zu kühl und im Juni war der Witterungsverlauf gut, so dass im bundesweiten Mittel eine im Vergleich zum Vorjahr etwas höhere Ernte erzielt werden konnte. Nach vorläufigen Schätzungen wurden gut 127 000 t Spargel geerntet und damit 6 % mehr als im Vorjahr mit 119 400 t.

Zwiebeln und Möhren

Die Anbaufläche von Zwiebeln wurde im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland nicht mehr ausgedehnt und liegt bei rund 11 000 ha. 2017 ist von einer Ernte von gut 500 000 t auszugehen, nach 523 000 t im Jahre 2016.

Bei Möhren ist die Fläche stabil und die Erträge sind normal. Witterungsbedingt verzögerte sich die Entwicklung der Möhrenbestände. Teilweise war es allerdings für die Möhrenbestände zu nass. Die gesamte Erntemenge dürfte mit 550 000 t unter dem Vorjahr mit 641 000 t liegen.

Salate, Kohl, Radies

Bei den Salaten haben wir im Jahr 2017 über einen langen Zeitraum vergleichsweise normale Erntemengen bei unterdurchschnittlichen Preisen über das gesamte Salatsortiment, vom Kopfsalat über die bunten Salate bis hin zum Eissalat.

Die Blumenkohlsaison zeichnet sich bislang durch eine halbwegs gleichmäßige Mengenverteilung bei unterdurchschnittlichen Preisen aus. Brokkoli war dagegen Mitte Juli ausgesprochen knapp und teuer. Bei Radies und Kohlrabi waren die Angebotsmengen bisher meist zu groß und damit die Preise niedrig.

Unterglasanbau

Im Unterglasanbau waren die Preise für Salatgurken und Tomaten in der Frühsaison durchschnittlich, in der Hauptsaison haben in diesem Jahr die Salatgurken und die Tomaten beim Preis deutlich nachgegeben.

BOG


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Ausgabe 04/2017

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