13.04.2017

Früher Start in eine lange Saison

Thomas Kühlwetter

Mit den ersten Sonnenstrahlen im Februar steigt bei vielen Anbauern die Spannung und die Vorfreude auf einen zeitigen Saisonstart. Anfang März wurde in diesem Jahr schon der erste Spargel von beheizten Flächen geerntet, in der letzten Märzwoche wurde im Freiland unter Dreifachbedeckungen gestochen. Mit dem Erscheinen dieser Ausgaben sind die meisten Betriebe schon in der Spargelernte und eine lange Saison steht uns bevor.

Endlich mal wieder ein richtiger Winter mit klirrenden Temperaturen in einigen Regionen, doch dann wird mit einem Schlag der Schalter umgelegt und ab Mitte März setzt frühlingshaftes Wetter ein – eigentlich ein Saisonstart wie gemalt, die Temperaturen stimmen genauso wie die Verteilung der Feiertage und die Menschen sind „heiss“ auf den ersten Spargel und die ersten Erdbeeren.

Auch wenn die Vorzeichen für unsere Branchen nach wie vor positiv stehen, darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Luft insgesamt dünner wird und die Folgen wachsenden Angebotes bei gleichzeig steigenden Löhnen unverkennbar sind. Wer in diesen Zeiten erfolgreich bestehen will, muss sich den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft stellen.

Dies ist in der Regel leicht festzumachen an den steigenden Belastungen für die Betriebsleiter (und deren Führungskräfte).  Die Phasen ruhiger Zeiten zwischen auslaufender und beginnender Saison werden immer kürzer, wichtige Entscheidungen müssen in immer engeren Zeitabläufen getroffen und die Organisation betrieblicher Abläufe muss immer perfekter abgestimmt werden.  Der Aufwand für Bürokratie und Dokumentation übersteigt mitunter den Grad der Tolerierbarkeit – doch was muss, dass muss, sonst fehlen die Genehmigungen,  die Beihilfen und Zuschüsse.

Wer vorne im Markt agieren will, muss zwangsläufig in neue Techniken und Anbauverfahren investieren. Effizienz, Kostenführer- und Qualitätsführerschaft sind nur einige der Stichworte. Um dorthin zu gelangen oder um eine führende Position zu wahren, sind stets größere Investitionen erforderlich. Weil dies meist nicht aus der Portokasse zu bezahlen ist, steigt die Fremdfinanzierung in zahlreichen Unternehmen. In der Industrie ist das ein völlig normaler Prozess, in einer konservativ und bodenständig geprägten Landwirtschaft mit der eigenen Scholle als Sicherheit, wirft dies zumindest Fragen auf.

Was geschieht, wenn der Markt nicht bietet, was man erwartet. Die Milchbauern haben gerade eine solche Phase durchlebt. Oder was geschieht, wenn die Zinsen einmal steigen?

Zweifelsohne sind die Betriebe in unsere Branche viel besser aufgestellt und für die Zukunft gewappnet als viele andere Betriebe in der Landwirtschaft. Mit ihrem hohen Grad an Spezialisierung in der Produktion und der Vermarktung haben sie ehemalige Nischen geöffnet und gezielt ausgeweitet. Kundennähe, fachliche Qualifikation und betriebswirtschaftlicher Weitblick stehen als stellvertretende Prädikate für den Unternehmergeist an der Spitze vieler Betriebe. Dies zu wahren ist ein wichtiges Gut in einer Zeit, in der die Zeichen manchmal auf Verdrängung stehen.

Ihnen, Ihren Familien und Mitarbeitern wünsche ich in diesem Sinne eine erfolgreiche Saison 2017!


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Ausgabe 04/2017

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