18.11.2019

Gemeinsam für Ziele kämpfen

Bauern gehen auf die Straße und protestieren für ihre Rechte – ein in Deutschland über viele Jahre ungewohntes Bild prägt vielerorts das Stadtbild und die Berichte in den Medien. Bauern protestieren in vielen Städten und fordern vor allem eines: FAIRNESS.

Nicht nur in Deutschland richtet sich der Unmut der Landwirte – und dies übergreifend über alle Sparten der Branche hinweg bis hin zu den Sonderkulturbetrieben – gegen permanent steigende gesetzliche Auflagen und eine Flut an Bürokratie. Deren Umsetzung entzieht in immer größerem Ausmaß den Betrieben die Grundlage zur Existenz. Nicht nur in Deutschland, auch in einigen Nachbarländern sitzt der Frust bei den Landwirten tief.

Es hat lange gedauert – vielleicht sogar zu lange – bis Deutschlands Landwirte endlich ihren Protest und ihre Stimme erhoben haben. Doch nun treten sie nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten mit großer Geschlossenheit auf. Ihre Kritik richtet sich gegen das von der Bundesregierung beschlossene Agrarpaket, gegen die Düngeverordnung, gegen die Gesellschaft und die Presse, in deren Meinungsbild die Landwirtschaft – oftmals ohne genaueres Hinschauen – pauschal für das Insektensterben, die Nitratbelastung von Gewässern, Verletzungen gegen den Tierschutz, den Ausstoß von Treibhausgasen, ..., ... verantwortlich gemacht wird.

Landwirte sind wertkonservativ

Bauern und Landwirte denken wertkonservativ. Unabhängig ihrer Produktionsrichtung und der Art, wie sie produzieren – ob konventionell oder ökologisch – eint sie, neben vielen Dingen eines besonders: Sie haben niemals den Bezug zur Scholle verloren. Nachhaltiges Handeln, Verantwortung für Boden, Wasser  und Lebewesen sind fest verankert in ihrem Weltbild. Dazu gehört auch ein respektvolles Auftreten in der Öffentlichkeit, was sich auch zumindest bei den bisherigen Protesten immer wieder gezeigt hat.

Die Landwirte kämpfen für ihre guten Rechte, sie fordern eine offene Diskussion mit der Gesellschaft, in der nicht die Ideologie, sondern Sachverstand und wissenschaftlicher Hintergrund die Basis für den Gedankenaustausch sind. Sie möchten nicht weiter für eine Entwicklung in ihrer Branche am Pranger stehen, deren Ursachen häufig im Verhalten derer zu suchen sind, die offen Kritik äußern.
Deutschlands Verbraucher geben inzwischen nur noch 11 % ihres netto verfügbaren Einkommens für Lebensmittel aus, eine traurige Spitzenposition im europäischen Vergleich, denn in keinem anderen Land Europas ist der Ausgabenanteil für Lebensmittel niedriger. Grundnahrungsmittel sind – wie millionenfach in der Industrie gefertigte Teile - im Regelfall zur Massenware verkommen. Nur noch wenn in einer bedeutenden Anbauregion eine Naturkatastrophe zur deutlichen Reduzierung des Angebotes führt, sind Preisschwankungen nach oben zu verzeichnen.

„Trivialisierung“ von Roherzeugnissen

Dieser „globalen Trivialisierung“ von Roherzeugnissen können sich auch die in unserer Branche angebauten Beerenfrüchte und der Spargel nicht immer entziehen. Wertschätzung für und Wertschöpfung mit den von unserer Branche angebotenen Produkten sind jedoch eine absolute Voraussetzung für Gegenwart und Zukunft der Betriebe. Die anstehenden Messen expoSE und expoDirekt in Karlsruhe bieten in diesem Jahr neben bewährten Angeboten der fast 400 Aussteller eine außergewöhnliche Vielzahl interessanter Innovationen, die mit dazu beitragen sollen, die Effizienz in den Betrieben noch weiter zu steigern und den saisonal angebotenen Beerenfrüchten sowie dem Spargel durch eine weitere Differenzierung ein unverkennbares Gesicht zu verleihen.
Nutzen Sie die Möglichkeit zur Information und zum Gedankenaustausch nicht nur in Karlsruhe, sondern auch bei den diesjährigen Unternehmertagen, die vom 1. bis 3. Dezember in Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen stattfinden.

Kernsatz:
„Landwirte fordern eine offene Diskussion mit der Gesellschaft.“


Thomas Kühlwetter