11.12.2020

Global Berry Congress went online: Erfolgreiche Onlinepremiere

Die Entwicklungen im Zuge der Coronapandemie sowie erhebliche Reisebe- und einschränkungen hatten es unmöglich gemacht, den Kongress als Präsenz-Veranstaltung abzuhalten. Chris White erinnerte an das Frühjahr 2020, als der GBC erstmals verschoben wurde, und gleichzeitig niemand auch nur ahnen konnte, welche Auswirkungen die Pandemie noch haben werde.

Der Fruitnet Media Geschäftsführer hatte bei der Verschiebung nicht weniger versprochen als eine virtuelle Veranstaltung, die ein vergleichbares Programm und die Möglichkeit bieten werde, mit Delegierten, Referenten, Ausstellern und Sponsoren in fast gewohnter Weise in Kontakt treten zu können.

Mit mehr als 500 Teilnehmern aus 45 Ländern bewies der GBC am 10.12.2020, dass gleichwohl niemand die Möglichkeit zum Austausch verpassen wollte und wohl jeder auf die Lehren aus der aktuellen Coronavirus-Krise gespannt war, um darauf die Verkaufs- und Marketingkampagnen für das kommende Jahr aufbauen zu können, kommentierte GBC-Programmmanager Mike Knowles.

Das neue Online-Veranstaltungsformat bot nicht nur Zugang zu einem ganzen Tag voller Online-Sitzungen mit haufenweise Informationen und Einblicken, sondern auch vor, während und nach der Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Netzwerken. Und so könnte die Zukunft vielleicht tatsächlich in so genannten Hybridveranstaltungen bestehen - auch wenn mit dem 26. Oktober 2021 sogar schon ein Datum für den nächsten Global Berry Congress in Rotterdam in den Raum gestellt wurde.

Schließlich konnten die Organisatoren ja auch mehr Teilnehmer aus mehr Ländern dann jemals zuvor begrüßen. Und noch etwas hatte sich geändert: Davide Perotto von Europanel gab dieses Jahr den Startschuss zur Vortragsveranstaltung - die Fans von Cindy van Rijswick mussten sich aber nicht lange grämen: nach einem kurzen Ausflug in die Welt der Smoothies mit Carly Giggs folgte die Rabobankanalystin.

Perotto, ausgewiesener Experte in Sachen Verbraucher, startete mit einem Überblick über den europäischen Beerenmarkt, bei dem die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie naturgemäß im Mittelpunkt standen. Trotz des herausfordernden Umfelds sei die Produktkategorie Beeren im Laufe des Jahres stark gewachsen: „Bis Anfang Dezember haben wir im Jahr 2020 fast eine Million neue Käufer gesehen, die Beeren gekauft haben“. Die Wachstumstreiber variieren jedoch erheblich für jede Beerenart:

„Wenn wir die Gesamtkategorie isoliert betrachten, könnten wir daraus schließen, dass der größte Teil des Wertzuwachses auf höhere Preise oder Premiumisierung zurückzuführen ist. Wenn wir uns jedoch die verschiedenen Beerenarten ansehen, sehen wir, dass eine Premiumisierung fast ausschließlich bei Erdbeeren stattfindet. Erdbeeren sind bei den Beeren das bei weitem größte Segment von daher hat jede Änderung bei Erdbeeren insgesamt größere Auswirkungen.“

Besonders interessant sind Perotto zufolge aber die Wachstumstreiber für andere Beerenarten. „Blaubeeren wachsen auf der ganzen Linie, es gelang zum einen neue Käufer zu rekrutieren, zum anderen auch den Verbrauch zu steigern.“ Bei Brombeeren und Himbeeren scheint der Rückgang des gezahlten Durchschnittspreises die Ursache für den gestiegenen Verbrauch zu sein: Brom- und Himbeeren werden häufiger und in größeren Mengen gekauft.

Blaubeeren sind in Bezug auf das Volumen die treibende Kraft der Beerenkategorie in ganz Europa. Ausschlaggebend für das Wachstum der gesamten Produktkategorie war der Einfluss der Pandemie auf die Konsumgewohnheiten. Aufgrund des Lockdowns sind pro Woche Perrottos Schätzung nach sieben zusätzliche Anlässe für Mahlzeiten entstanden: „Snacken ist ganz klar der größte Wachstumstreiber. Wenn Sie von zu Hause aus arbeiten, ist es viel einfacher, zum Kühlschrank zu gehen und sich einen Snack zu gönnen.“

Und während in Nordeuropa die Verkaufszahlen fast durch die Decke gingen, angeführt von Blau- und Brombeeren, haben sich in Südeuropa die Konsumgewohnheiten verändert: „Französische und spanische Käufer wechseln von Erdbeeren zu anderen Beerenarten und kaufen diese zudem auch weniger häufig. Es könnte sein, dass Beeren dort eher zu einer Art Backzutat werden. Italienische Konsumenten dagegen scheinen sich regelrecht in Himbeeren verliebt zu haben. Dies bedeutet jedoch auch, dass sie insgesamt seltener Beeren kauften. Möglicherweise zeigt Italien uns, was in Frankreich und Spanien zukünftig passieren wird.“

Angesichts der sich abzeichnenden Rezession warnte Perotto, dass eine Reduktion von Investitionen für Unternehmen und Marken auf lange Sicht keine praktikable Option sei: „Die Aufrechterhaltung der Investitionen während einer Rezession ist der einzige Weg, trotz schwieriger Umstände weiter zu wachsen. Wenn es Ihnen jetzt gelingt, Marktanteile zu gewinnen, sind Ihre Chancen, daraus ein langfristiges Wachstum zu erzielen, vergleichsweise hoch.“

Cindy van Rijswick kam zu einem ähnlichen Fazit: In den Niederlanden haben Beeren im Verlaufe der Pandemie zu den Produkten mit den höchsten Zuwachsraten gehört. Vor allem bei Brombeeren und Himbeeren seien bis zur 32. KW Zuwächse von über 50 % bzw. um knapp 20 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum zu verzeichnen gewesen. Gleichwohl würden die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Van Rijsiwck empfahl, sich vorsorglich bspw. bei Blaubeeren schon einmal mit einem eher sinkenden Preisniveau und schrumpfenden Margen vertraut zu machen.

Was die Herkunft von Heidelbeeren betrifft, so scheint Peru derzeit kaum zu stoppen zu sein. Sowohl das erreichte Mengenniveau als auch die jährlichen Zuwachsraten liegen deutlich über denen der Konkurrenz. Eine starke Dynamik ist auch in Mexiko und Portugal festzustellen, wohingegen Chile auf hohem Niveau stagniere.

Wer dachte, dass Themen wie Nachhaltigkeit oder soziale Unternehmensverantwortung in Zeiten der Pandemie möglicherweise etwas in den Hintergrund treten, der sah sich am 10.12.20 eines Besseren belehrt. In diversen Vorträgen auf dem Global Berry Congress spielten genau diese Aspekte eine zentrale Rolle. Unternehmen betonten, wie wichtig es ist, ganz gezielt in diese Bereiche zu investieren.

In der Session Field of Dreams ging es um Fortschritte in der Automatisierung. Rui Andres von Fieldwork Robotics erklärte, dass sie der Schlüssel zur Schaffung nachhaltiger Margen ist: „Vor allem mit Blick darauf, dass sich die Arbeitskräftesituation aufgrund von Corona noch verschärft hat, ist es wichtig, neue Wege zu erschließen.“

Weitere Themen waren intelligente Verpackungen, die Verbesserung des Luftstroms in Containern und die Reduzierung von Food Waste in Verbraucherhaushalten. In der Panel-Diskussion zum Thema Making berries more sustainable erklärte Alessandro Mariani, Infia, dass das Thema Verpackung seiner Meinung nach eher eine pädagogische Herausforderung ist.

Tim Jacobsen


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