02.09.2020

„Hormesis“: Herbizide können Fitness von Pflanzen fördern

Regina Belz von der Universität Hohenheim untersucht das Phänomen der Hormesis bei Pflanzen.
Foto: Belz

Professorin Regina Belz von der Universität Hohenheim zeigt mit ihrer Forschung, dass Pflanzen von Herbiziden profitieren können. Getreu dem Motto „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“ kurbeln Pflanzen ihren Stoffwechsel bei niedriger Herbizid-Dosierung an und erhöhen so ihre Fitness gegenüber der Konkurrenz.

So paradox es auch klingt – geringe Mengen toxischer Substanzen können das Pflanzenwachstum steigern. Diesen Zusammenhang entdeckte Agrarwissenschaftlerin Regina Belz im Zuge ihrer Doktorarbeit vor einigen Jahren. Seitdem lässt sie die Forschung rund um das Thema „Hormesis“, wie der Effekt wissenschaftlich genannt wird, nicht mehr los. „Hormesis ist wesentlich mehr als nur die simple Förderung des Pflanzenwachstums“, erklärt die Professorin und Leiterin eines Teams von AgrarökologInnen an der Universität Hohenheim. Der Effekt verändere nämlich auch die Fitness und Genetik der Pflanze.

Glyphosat ruft starke Hormesis-Effekte hervor

Besonders ist, dass er bei ganz unterschiedlichen Stoffeinflüssen auftritt. „Hormesis kann nicht nur durch Herbizide ausgelöst werden, sondern auch durch andere Pflanzenschutzmittel und Umweltschadstoffe, darunter auch Ozon. Selbst natürliche Metabolite von Pflanzen können diesen Effekt verursachen.“ Dabei rufe vor allem das umstrittene Glyphosat bei verschiedenen Pflanzen starke und beständige Hormesis-Effekte hervor. Belz beschreibt: „Hierbei sind es vor allem Gehölzpflanzen, die sehr ausgeprägte Effekte – z. B. beim Wurzelwachstum – zeigen.“

Abhängig von der Pflanzenart und der Menge des verabreichten Glyphosats seien aber sehr unterschiedliche Ausprägungen des Effekts beobachtbar. „Theoretisch geht man davon aus, dass jedes Toxin bzw. Herbizid bei niedrigen Dosierungen ähnliche Hormesis-Effekte verursacht. Praktisch gibt es hier jedoch deutliche Unterschiede. In einer dänischen Studie zur Herbizid-Hormesis wurden beispielsweise acht Herbizide mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen bei Gerste getestet. Auch bei dieser Studie zeigten Glyphosat und ein ALS-Inhibitor am häufigsten einen Hormesis-Effekt.“

Lesen Sie hier den kompletten Artikel auf Pflanzenforschung.de

Quelle: Pflanzenforschung.de


All Hentai games https://dtsmusic.top/ Foot Fetish