16.01.2020

Imker verschütten Honig vor dem Agrarministerium in Berlin

Aufgerufen zu der Protest-Aktion hat das „Bündnis zum Schutz der Bienen“, das von der Aurelia Stiftung organisiert wird und zu dem auch der Europäische Berufsimkerverband und der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund gehören.
Foto: Fabian Melber/www.wir-haben-es-satt.de

Wenige Tage vor der „Wir haben es satt!“-Großdemonstration hat ein Brandenburger Imkerpaar am 15. Januar über einhundert Eimer mit Honig vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin abgeladen. Die insgesamt rund vier Tonnen Honig von Sebastian und Camille Seusing sind ein Fall für den Müll. Wegen zu hoher Belastung mit Glyphosat – es wurde eine bis zu 152-fache Überschreitung des erlaubten Grenzwerts gemessen – darf der Honig nicht verkauft werden. Der Gegenwert des Schadens beträgt rund 60.000 Euro. Die eigentlich erfolgreiche Imkerei steht dadurch vor dem Aus.

Aus Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung, die weiterhin zulässt, dass Glyphosat auf blühende Pflanzen gespritzt wird, verschütteten die Imker*innen mehrere Eimer Honig vor dem Eingang des Ministeriums. Auf eine Stellungnahme der Agrarministerin Klöckner (CDU) hatte das Imkerpaar seit Mitte Mai ohne Antwort gewartet. Erst kurz vor Beginn der Grünen Woche meldete sich das Ministerium zurück und Klöckner ließ sich bei der geplanten persönlichen Übergabe durch einen Mitarbeiter des Ministeriums vertreten.

Der betroffene Imker Sebastian Seusing sagt: „Wir sind wütend! Die Aktion heute ist ein unmissverständliches Signal an Julia Klöckner und die Bundesregierung: Wir Imkerinnen und Imker nehmen es nicht mehr hin, dass im Agrarministerium die Interessen von Bayer und BASF wichtiger sind, als der Schutz der Insekten und der Erhalt unserer Familienbetriebe. Ich muss rund ein Drittel meiner Jahresernte entsorgen lassen, weil Julia Klöckner nichts dagegen unternimmt, dass Glyphosat auf blühende Pflanzen gespritzt wird. Ich habe diese insektenfeindliche Agrarpolitik satt!“

Quelle: www.wir-haben-es-satt.de


 

Ausgabe 01/2020

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