09.10.2020

Klöckner: Landwirtschaft und Verbraucher wieder in Einklang bringen

Foto: CDU Rheinland-Pfalz

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat am 6.10.2020 zum Politischen Erntedank 2020 eingeladen und ihre dritte Berliner Rede zur Landwirtschafts- und Ernährungspolitik gehalten.

In ihrer Rede betonte sie:

  • "Ich merke, dieses Jahr ist – bei aller Belastung – eine große Chance, die wir so lange nicht mehr hatten. Wir müssen sie nutzen. Es ist die Chance, Landwirtschaft und Verbraucher wieder in Einklang zu bringen. Damit sie wieder gemeinsam in die gleiche Richtung blicken. Dass Verbraucher erkennen: Geht es unseren heimischen Landwirten gut, geht es auch uns Konsumenten gut."
  • Es gebe noch ein zu romantisches Bild von Landwirtschaft: „Und je mehr Landwirtschaft aus dem Blick gerückt ist, je stabiler die Produktion wurde, desto mehr haben sich Wunsch und Wirklichkeit in der Verbrauchervorstellung auseinander bewegt. Unsere Lebensmittel, sie sollen ästhetisch sein, von höchster Qualität, naturnah zu romantischen Bedingungen erzeugt. Und gerne zu günstigen Preisen. Aber sie sollen am besten dazu ganz ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel wachsen. Dass mit dieser Haltung aber dann auch Ernteverluste wegen Schädlingsbefall einhergehen können, das wird schnell ausgeblendet oder erst gar nicht mitgedacht."
  • "Und unsere Bauern? Sie fühlen sich zurzeit in der Mitte eines Sturms. Der besteht aus einem Diskurs über Klimaschutz, Tierwohl, Pflanzen- und Grundwasserschutz, Biodiversität. Gleichzeitig sehen die Landwirte die Realitäten auf dem Feld und im Stall: Ernteverluste, Dürre, neue Schädlinge. (…) Ich verstehe, dass Landwirte da auch reflexhaft reagieren, im ständigen Verteidigungsmodus sind: Jeder sagt dazu in den Medien eine Meinung, NGO oder Gesellschaft, nur wenige müssen diese aber umsetzen: die Landwirte."

Bundesministerin Julia Klöckner stellt in ihrer Rede drei Punkte für die Landwirtschaft der Zukunft vor:

  1. Klimaschutz und Nachhaltigkeit: „Klimabewusstsein und Landwirtschaftsbewusstsein bedingen sich. Denn die Rolle der Land- und Forstwirtschaft ist einzigartig. Mit ihrer CO2-Speicherleistung ermöglicht sie es, dass unvermeidbare Emissionen ausgeglichen werden können. Jetzt geht es darum, die nicht vermeidbaren Belastungen von Wasser, Luft und Boden weiter zu reduzieren.“
  2. Ackerbau: „Mit unserer Ackerbaustrategie, die ich vorgelegt habe, beschreiben wir einen zukunftsfähigen Ackerbau in Deutschland, wir zeigen Perspektiven auf. Eine Art Gebrauchsanleitung, die wir mit vielen Praktikern entwickelt haben.“
  3. Nutztierhaltung: „Neue Standards in der Nutztierhaltung, die langfristig gesellschaftliche Akzeptanz sichern, sind unumgänglich! Mehr Platz im Stall, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere: Einfach Haltungsverfahren, die sich am Wohl der Tiere orientieren, nicht umgekehrt. Das unterstreicht die von mir eingesetzte Borchert-Kommission. Ich habe dazu Kriterien für ein staatliches Tierwohlkennzeichen vorgelegt. Weil ein Kennzeichen die Grundlage dafür ist, dass Verbraucher mehr Tierwohl auch erkennen und honorieren können. (…) Wir bauen die Tierhaltung um, um sie in Deutschland zu halten. Das geht nicht in einer Legislaturperiode. Aber es muss ambitioniert vorangehen. Deshalb will ich auch keine Zeit verlieren.“

Quelle: BMEL


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