04.04.2014

Neue Sorten im Test

„Aktuelle Ergebnisse des Sortenversuches Fuhrberg 2013: 15 europäische Neuheiten im Vergleich zu den Standardsorten `Backlim´ und `Gijnlim´“, stellte Nils Kraushaar, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, diesen Winter sowohl beim Straelener als auch beim Münsteraner Spargeltag vor.

Wie der Spargelberater gleich einleitend klar stellte, gelten die Ergebnisse dieses Versuchs nicht für schwere Böden, denn in Fuhrberg wurde der Sortenversuch auf sehr leichten Böden mit 18-20 Bodenpunkten angelegt. Pflanzung war im April 2010; im Jahr 2012 wurde 56 Tage lang und im Jahr
2013 51 Tage lang geerntet. Der Versuch steht in vier Wiederholungen mit je 20 Varianten. Geprüft werden folgende Sorten: `Cumulus´, `Magnus´, `Bonus´ (Bejo); `Ravel´, `Rapsody´, `Raffaelo´, `Ramires´ (Südwestdeutsche Saatzucht); `Darliese´, `Darbella´, `Darzila´, `Plasenesp´ (Planasa);
`Backlim´, `Vitalim´, `Herkolim´, `Gijnlim´, `Avalim´ (Limgroup); `Steineo´ (Steiner). Die Vergleichssorten wurden zusätzlich in verschiedenen Pflanzabständen getestet: `Backlim´ mit 5 bzw. 6 Pfl./m und `Gijnlim´ mit 2,5; 3 und 4 Pfl./m.

Wie Kraushaar erläuterte, lagen die besten Erträge im Jahr 2012 um die 100 dt/ha und die schlechtesten bei 50 dt/ha. Im vergangenen Jahr wurden bestenfalls knapp 90 dt/ha erreicht und im schlechtesten Fall 36 dt/ha; wobei im Mittelfeld die Sorten dicht beieinander um 80 dt/ha lagen. Die
Qualitäten sechs ausgewählter Sorten präsentierte der Referent im Detail:

`Cumulus´: Die Sorte brachte sehr früh schon hohe Erträge und insgesamt höhere Erträge als `Gijnlim´. `Cumulus´ hat eine hohe Hk I-Ausbeute und nur wenig unbrauchbare Stangen. Allerdings gab es 2013 verhältnismäßig viele offene Köpfe (Aufblüher). Im Versuch war die Sorte diejenige mit
der höchsten Anfälligkeit für Stemphylium. Ihr Aufwuchs ist oft instabil und kippt. Deshalb arbeitet die Züchterfirma Bejo aktuell eine Düngeempfehlung aus; außerdem soll es hilfreich sein, diese Sorte nicht abzudämmen.

`Ramires´: Diese zeigte sich als Sorte mit frühen kontinuierlichen Erträgen, die insgesamt ebenfalls etwas höher lagen als bei `Gijnlim´. Der Aufwuchs von `Ramires´ ist sehr gesund. Der Anteil an Hk I-Qualitäten dürfte allerdings noch höher sein.

`Raffaelo´: Diese späte Sorte hat vorteilhafter Weise nur einen geringen Anteil an Stangen kleiner 16 mm. Sie zeigte sich als nur gering anfällig für Stemphylium, hatte aber teilweise hohe Berostungsanteile.

`Steineo´: Diese Neuheit präsentierte sich als frühe Sorte mit steigenden Erträgen, die viel Hk I-Ware liefert. Die nicht ganz weißen Stangen waren sehr kopfstabil. Teilweise waren relativ viele Stangen kleiner 16 mm dabei.

`Darzila´: Diese frühe Sorte zeigte nur eine geringe Anfälligkeit für Stemphylium. Ihre Gesamterträge ließen im Versuch zu wünschen übrig und die Ertragsbildung war unregelmäßig. Auch der Aufwuchs von `Darzila´ war inhomogen.

`Herkolim´: `Herkolim´ präsentierte sich als sehr wüchsige Sorte mit hohen Gesamterträgen. Leider neigen die jüngeren Pflanzen zu offenen Köpfen, was mit zu-nehmendem Alter der Anlage nachlässt.
Außerdem gab es relativ viele Stangen größer 26 mm. Dagegen könnte man die Sorte dichter pflanzen, also mit 6-7 Pfl./m und nicht 5 wie im Versuch.

Abschließend betonte Nils Kraushaar, dass die Sortenwahl stets betriebsspezifisch zu entscheiden sei. Der Anbauer solle sich dabei klar sein, was er möchte. Es gebe eben nicht DIE Sorte, die alles kann. Der Versuch zeige aber, dass einige Neuheiten mehr können als die bewährten Standardsorten. Als empfehlenswert für den frühen Bereich nannte der Berater `Ramires´, `Cumulus´, `Ravel´ und `Steineo´. Für den späten Anbau könnte `Raffaelo´ eine Alternative sein, wenn sie ertragsmäßig noch etwas besser wäre. Was der Versuch auch wieder belegt hat: südeuropäische Züchtungen sind für
die Kultur in Nordeuropa nicht unbedingt geeignet, es ergeben sich zu viele Ausfälle.

Sabine Aldenhoff


 

Ausgabe 01/2020

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