15.09.2017

QS: Analytik ohne Grenzen?

Dr. Jürgen Kuballa
Foto: QS

Seit den 1960er-Jahren werden Rückstandsanalysen auf Pflanzenschutzmittel in frischem Obst und Gemüse durchgeführt. Im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte sind die Analysemethoden immer besser und empfindlicher geworden. Dies zeigt sich insbesondere an der Entwicklung der erreichten Nachweisgrenzen: Vor ca. 40 Jahren war die Spurenanalytik in der Lage, Pflanzenschutzmittel-Rückstände von 1 mg/kg (10-6) zu erfassen, vor 20 Jahren waren es bereits 0,001 mg/kg, was 1 µg/kg (10-9) entspricht. Aktuell sind es 0,000001 mg/kg, also 1 ng/kg (10-12). Damit ist das Nachweisvermögen allein in den letzten 20 Jahren von 10-9 auf 10-12 gewachsen – also um den Faktor 1.000!

Dr. Jürgen Kuballa (Vorsitzender DeLOG, Geschäftsführer GALAB Laboratories GmbH): "Die Analysentechnik hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Besondere Fortschritte wurden bei der Erfassung der polaren Wirkstoffe, wie Glyphosat, Phosphonsäure und Chlorat, gemacht. Die neuen analytischen Möglichkeiten werfen gleichzeitig aber auch Fragen nach der rechtlichen Beurteilung der Ergebnisse auf. Was nützt ein sicheres Messergebnis, wenn die Beurteilung, wie beim Thema Chlorat, nicht eindeutig ist. Hier zeigt sich ein offensichtlicher Schwachpunkt des Systems. Deutlich wurde dies auch bei der asymetrischen Veröffentlichung von ARfD-Wert und Rückstandshöchstgehalt bei Chlorpyrifos. Vor diesem Hintergrund erscheint es wenig zweckmäßig zu sein, die Analysentechnik zu immer neuen Höchstleistungen anzuspornen, wenn von Seiten der Behörden nicht im Vorweg für Rechtssicherheit gesorgt wird. Dies würde nicht nur der Branche, sondern auch dem Verbraucherschutz dienen. Eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den privaten Untersuchungslaboren und den staatlichen Laboren sowie den Behörden sehe ich daher als zwingend notwendig an."

Quelle: Monitoringreport Obst, Gemüse, Kartoffeln (Ausgabe 2016)


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