23.10.2019

RLV: Viel Verständnis für protestierende Bauern

RLV-Präsident Bernhard Conzen (l.) hat Verständnis für die Bauern.
Foto: RLV

Fast 6 000 Landwirte auf dem Münsterplatz und rund 2 000 Schlepper vor den Toren der Stadt: Zahlreiche Landwirte aus ganz Deutschland sind am Dienstag in Bonn auf die Straße gegangen. Mit ihrem öffentlichen Protest machten sie ihren Ärger über die agrar- und umweltpolitischen Entwicklungen der jüngsten Zeit deutlich. Erst eine Woche zuvor hatten tausend Landwirte vor dem Bonner Landwirtschaftsministerium gegen zunehmende Auflagenflut demonstriert.

RLV-Präsident Bernhard Conzen hat Verständnis für die Bauern. „Wir sind sauer auf das, was die Politik zurzeit mit uns macht. Ob Düngeverordnung oder Insektenpaket: An allen Ecken und Enden warten neue verschärfte Auflagen! Wir sollen weniger düngen, auf Pflanzenschutz verzichten und unsere Flächen als Schutzgebiete aus der Nutzung verlieren.“ Niemand, so Conzen, interessiere sich offensichtlich dafür, ob die Landwirtschaft das alles leisten könne. Stattdessen nehme man in Kauf, dass der Druck auf die Preise durch das geplante Mercosur-Abkommen sogar noch zunehme. Bleibe alles so, wie jetzt angekündigt, werde es einen beispiellosen Strukturwandel geben, der viele Betriebe ihre Existenz koste.

Den Rückenwind aus den beiden Bonner Kundgebungen und zahlreichen weiteren Veranstaltungen im Bundesgebiet müsse man für eine Kurskorrektur nutzen. „Die lautstarken und solidarischen Demonstrationen der Bauern sollte dem Letzten in unserem Land deutlich machen, dass es so nicht weitergeht!“, so der RLV-Präsident. Um zu Ergebnissen zu kommen, sei es daher jetzt dringend erforderlich, vom Protest auf der Straße überzugehen in die Verhandlungen mit den Entscheidungsträgern. Er sieht hier Umweltministerin Svenja Schulze gefordert, dem Beispiel von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner endlich zu folgen und sich dem fachlichen Dialog mit der Landwirtschaft zu stellen. „Wir haben es satt, dass die Bundesumweltministerin einzig dem ideologischen Diktat der Umweltseite folgt, ohne dass die Anstrengungen, die von uns Bauern schon seit Jahren unternommen werden, nur ansatzweise gewürdigt werden“, kritisiert der RLV-Präsident das Festhalten an einseitigen Schuldzuweisungen.

Quelle: RLV