19.06.2018

VSSE: Rekordtemperaturen, hohe Erntemengen und tiefe Durchschnittspreise

Foto: Valenta

Zu heiß, zu trocken und viel Sonnenschein – die Rekordtemperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im April und Mai 2018 wirkten sich stark auf die Spargelsaison aus. Die sommerlichen Temperaturen im Frühjahr sorgten für Höchsterträge und erforderten unermüdlichen Einsatz der Spargelerzeuger und ihrer Erntehelfer und -helferinnen. Auch blieb in dieser Saison erstmals die Kältephase deutschlandweit aus, die in anderen Jahren zu einer Atempause und einer Mengenregulierung am Markt geführt hatte. Die hohen Ertragsmengen und schwierige Absatzbedingungen hatten einen schnellen Preisverfall zur Folge. Teilweise fehlende Saisonarbeitskräfte erschwerten zusätzlich die Bewältigung der anstehenden Arbeiten.

Die sommerlichen Temperaturen rückten den Erntezeitpunkt der frühen und späten Spargelsorten zusammen. Die hohen Tageserntemengen führten dazu, dass die pflanzenbaulich vertretbare Erntemenge und -dauer bereits frühzeitig erreicht war. „Die große Menge war die Herausforderung dieser Saison. Für viele Spargelbetriebe war die Erntemenge kaum zu bewältigen. Einige Betriebe beendeten und beenden schon vorzeitig die Ernte,“ resümiert Dr. Ludger Aldenhoff, Spargelberater in Süddeutschland. In Nord- und Ostdeutschland hatten die Spargelerzeuger zusätzlich mit extremer Trockenheit zu kämpfen. 

Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) ließen Angebotsaktionen den durchschnittlichen Verbraucherpreis im Vergleich zu den beiden Vorjahren schnell und stark sinken. Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) verhandelte die Preise zeitweise im Tagesrhythmus nach unten. Der durchschnittliche Verbraucherpreis rutschte bis auf 5,48 Euro/kg, und war damit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Die Nachfrage nach Spargel war bei den Konsumenten hoch. „Wir hatten drei Wochen mit hoher Reichweite im Mai, d. h. es gab hohe Mengen, aber auch einen hohen Abverkauf. Insgesamt gehe ich davon aus, dass in dieser Saison mehr Spargel als im Vorjahr verkauft wurde“, zieht Michael Koch von der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI), sein erstes Resümee.

Quelle: VSSE