05.06.2018

VSSE-Umfrage: Verfrühung durch Folieneinsatz garantiert Wirtschaftlichkeit

Grafik: VSSE

Um die aktuelle Situation der Spargelerzeuger in Deutschland besser einschätzen zu können, hat der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) im Frühjahr eine Umfrage unter seinen Mitgliedern mit Spargelanbau durchgeführt. 21 Prozent der überwiegend im südwestdeutschen Raum ansässigen Mitglieder nahmen an der Online-Befragung teil.

Schwarz-Weiß-Folie gehört zum Standard
Dreiviertel der Spargelanbauer gaben an, Schwarz-Weiß-Folie auf ihren gesamten Anbauflächen einzusetzen. 11 Prozent der Anbauer nutzen die Folie auf 75 Prozent und mehr der Fläche. 6 Prozent der Anbauer setzen sie auf 50 Prozent und mehr der Fläche ein. Nur zwei Spargelanbaubetriebe gaben an, keine Schwarz-Weiß-Folie einzusetzen.

Mehr als 80 Prozent der Anbauer setzen Minitunnel ein
Vier Prozent der Spargelanbauer setzen auf mehr als Dreiviertel der Anbaufläche Minitunnel ein. 25 Prozent der Anbauer nutzen sie auf der Hälfte und mehr der Anbaufläche. 37 Prozent setzen sie auf einem Viertel und mehr der Anbaufläche ein. 17 Prozent der Anbauer nutzen Minitunnel auf bis zu einem Viertel der Anbaufläche. 17 Prozent setzen keine Minitunnel ein.

Über die Hälfte der Erzeuger nutzen die Dreifachabdeckung
Insgesamt haben 56 Prozent der Spargelanbauer eine dritte Folie im Einsatz. Davon nutzen diese 27 Prozent auf weniger als dem Viertel der Anbaufläche. 17 Prozent der Anbauer auf einem Viertel und mehr der Anbauer. Acht Prozent der Anbauer setzen die Dreifachbedeckung auf der Hälfte und fünf Prozent auf mehr als 50 Prozent bis zu 70 Prozent der Anbaufläche ein. Laut der VSSE-Mitglieder-Umfrage zum Spargelanbau gaben 42 Prozent der überwiegend südwestdeutschen Erzeuger an, dass die Spargel-Verfrühung unter drei Folienschichten für die betriebliche Wirtschaftlichkeit notwendig sei. 31 Prozent betonten gar, dass sie dafür unerlässlich sei.

Bleichspargel dominiert, Grünspargel zieht nach
Laut der VSSE-Umfrage beläuft sich der Anteil an weißem Spargel auf 87,3 Prozent und an Grünspargel auf 12,7 Prozent bei den Mitgliedsbetrieben. Jeder Vierte der an der Befragung teilgenommenen Erzeuger beabsichtigt, die Anbaufläche für Grünspargel in den kommenden drei Jahren auszuweiten. Bei weißem Spargel werden zehn Prozent der befragten Betriebe die Anbaufläche vergrößern. Bei den Konsumenten nimmt der Anteil an Grünspargel langsam, aber stetig zu. Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) lag 2017 der Anteil an Grünspargel bei 11 Prozent. Gerade jüngere Käufer und Käuferinnen greifen eher zu Grünspargel als zu Bleichspargel. Dies ist teilweise auf die Tatsache, dass Grünspargel kaum beziehungsweise nicht geschält werden muss, zurückzuführen.

Anzahl der verfügbaren Saisonerntehelfer stark rückläufig
20 Prozent der befragten Spargelerzeuger gab an, dass sich die Verfügbarkeit an Saisonerntehelfern deutlich verschlechtert habe. 45 Prozent gaben an, dass sich die Anzahl an Saisonarbeitskräften etwas verringert hätte. 34 Prozent stellten keine Veränderung fest, und nur ein Prozent der Befragten gab an, dass sich diese Situation verbessert hätte.
Der VSSE sieht in diesem Punkt bereits seit Jahren Handlungsbedarf. Um die Situation nicht zusätzlich zu verschärfen, setzt er sich für die Beibehaltung der 3-Monate- beziehungsweise 70-Tage-Regelung für die kurzfristige Beschäftigung ein. Auch wurde mit der Deutsche Botschaft in Belgrad ein beschleunigtes Gruppenverfahren zur Visa-Beantragung für serbische Erntehelfer auf den Weg gebracht.

Quelle: VSSE