09.01.2018

Wozu Folie? – Kritik mit Argumenten begegnen

Pro-Folien-Kampagne vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V.
Foto: Scheel

Schlagzeilen in den Medien wie „Naturschutz: Folien über den Spargel sollen weg“ (Berliner Zeitung, 1. April 2017) oder „Edelgemüse unter Folie - Tonnen von Plastikmüll für frühen Spargel“ (SWR Fernsehen, 7. April 2017) sowie kritische Beiträge in Foren kamen zum Start der vergangenen Spargelsaison zunehmend auf. Gerade Verfrühungsfolien wurden dabei in Verruf gebracht, Tieren und Pflanzen Lebensraum zu nehmen und erhebliche Müllberge zu produzieren, die überwiegend verbrannt werden müssen. Die vorgebrachten Hauptkritikpunkte am Folieneinsatz sind die Veränderung des Landschaftsbildes mit ihren negativen Nebenwirkungen wie das Blenden der Folie oder der Lärm flattender Folien, der Eingriff in den Naturhaushalt zum Schaden von Tier- und Pflanzenvielfalt sowie der entstehende Müll.

Mehr Kulturanbau, mehr Kritik an Folien

Mehr Kulturanbau, mehr Kritik an Folien

Laut einer Umfrage der Agrarmarkt-Informations Gesellschaft (AMI) in 2016 planen 45 % der befragten Spargelanbauer eine mäßige Ausdehnung der Verfrühung. Die Dreifachbedeckung bei Spargel lag 2016 bei 12 % der Anbaufläche – so hoch wie nie in den vergangenen sieben Jahren. Bei den Erdbeeren werden 30 % unter begehbaren Flächen angebaut (Quelle: AMI-Befragung Deutscher Erzeugermärkte 2016). Mit der Zunahme am Folien-Anbau, ist auch mit mehr Kritik von Bürgern und politischen Vertretern sowie Umwelt- und Naturschutzverbänden zu rechnen.

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. (VSSE) nimmt die zunehmende Kritik ernst und reagiert mit einer Pro-Folien-Kampagne, um den Kritikpunkten mit sachlichen Informationen zu begegnen. „Der geschützte Anbau wird weiter zunehmen und damit auch die Kritik daran. Mit unserer Pro-Folien-Kampagne möchten wir den Anbauern eine Hilfestellung geben, um Verbraucher zu informieren und gegebenenfalls ihrer Kritik mit Argumenten begegnen und überzeugen zu können“, erklärt Simon Schumacher, VSSE-Vorstandssprecher.

Auf Regionalität und Transparenz setzen

Die Tendenz, regionale Produkte zu kaufen, nimmt zu. Gerade bei den Erdbeeren liegt der Selbstversorgungsgrad von 65 Prozent in Deutschland, bei Spargel von gar 84 Prozent besonders hoch. Zu wissen, woher das Produkt kommt, dass seine Qualität gut ist und ohne weite Transportwege auskommt, das ist dem bewussten Einkäufer zunehmend wichtig.

„Der Endverbraucher ist häufig weit weg von den Abläufen im Sonderkulturanbau. Umso wichtiger ist es, ihm zu erklären, wie dieser funktioniert, und warum der Einsatz von Folie für die Quantität, Qualität sowie auch den Preis bei Spargeln und Erdbeeren unverzichtbar ist“, betont Schumacher.

Wo sind die Informationsmaterialien erhältlich?

Der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e. V. verschickt die Schilder und Flyer zum Einsatz von Folien im Spargel- sowie im Erdbeeranbau an Anbauer deutschlandweit zu einem Selbstkostenpreis für Produktion (5 € pro Schild und 0,06 € pro Flyer) zzgl. Versandkosten. Außerdem können die Druckunterlagen kostenfrei auf der Website des VSSE (www.vsse.de) heruntergeladen werden, um den Druck eigenständig vorzunehmen. Darüber hinaus werden die Schilder und Flyer zum Einsatz von Folien im Spargelanbau, so lange der Vorrat reicht, kostenfrei bei der Bestellung von Folien bei den Herstellern Böckenhoff, HMF und Spargelmesser Firmenich, die Schilder und Flyer für den Erdbeeranbau bei Folitec, Glaser und Hochstädter und Spargelmesser Firmenich beigelegt.

Weitere Information beim Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer, Ansprechpartner: Simon Schumacher, Tel.: 07251 3032080 / Mail: schumacher@vsse.de, www.vsse.de