11.11.2020
Auf in die nächste Runde

Thomas Kühlwetter
Liebe Leserinnen und Leser, kurz vor Fertigstellung dieser Ausgabe erreichte unsere Redaktion die Nachricht, dass die expoSE und die expoDirekt auf Grund steigender Corona-Infektionszahlen nicht stattfinden kann. Ähnlich wie sicherlich auch Sie, hatten wir gehofft, dass endlich wieder so etwas wie ein Gefühl der Normalität in unseren Alltag zurückkehren würde und die Messe in Karlsruhe wäre sicher ein Zeichen in diese Richtung gewesen. Doch es hat nicht sollen sein.
Der Produktionsprozess unserer aktuellen Ausgabe war zum Zeitpunkt der Messeabsage schon so weit fortgeschritten, dass es kurzfristig nicht mehr möglich war, auf die veränderte Situation einzugehen, ohne den Erscheinungstermin zu ändern. Wir bitten daher um Ihr Verständnis.
So haben wir uns dazu entschieden, Ihnen die im Messevorbericht vorgestellten Neuheiten nicht vorzuenthalten und stellen diese in dieser Ausgabe vor, zumal darunter viele Produkte sind, die einen Beitrag dazu leisten können, Prozesse zu rationalisieren, Effizienz oder Ökologie zu verbessern bzw. die Wettbewerbssituation in der Vermarktung gegenüber anderen Handelsschienen zu fördern. Ungeachtet einer Präsentation auf der expoSE oder ExpoDirekt, werden diese Innovationen in den Markt gebracht – sie Ihnen nahe zu bringen, verstehen wir gerade in dieser Zeit als eine unserer Aufgaben.
Dem Ausfall der Karlsruher Messe fällt auch der 32. Spargeltag, der – organisiert durch das Regierungspräsidium Karlsruhe und das Landwirtschaftsamt im Landratsamt im Landkreis Karlsruhe – im Rahmen der Ausstellung stattfinden sollte, zum Opfer.
Und um die Riege der Absagen zu ergänzen, müssen wir leider mitteilen, dass auch die für Anfang Dezember geplanten Unternehmertage Spargel & Erdbeer nicht stattfinden können. Unabhängig von den durch den Gesetzgeber ausgesprochenen Einschränkungen wäre es unter den aktuellen Umstände unvertretbar, ein großes Treffen mit den führenden Vertretern einer Branche durchzuführen – auch hier bitten wir um Ihr Verständnis.
Zurück zum Alltagsgeschehen - oder würde man besser sagen, zur Corona-Situation, die fast ganz Europa wieder im Griff hat. Viel wünschenswerter wäre es zweifellos, wir hätten das Virus im Griff, doch wir werden auf eine bislang kaum absehbare Zeit lernen müssen, damit zu leben und unser Alltagsverhalten den von der Regierung vorgegebenen Maßnahmen anzupassen. Der gesamte Bereich der Gastronomie/Eventgastronomie ist für den November schon wieder geschlossen, lediglich außer Haus Lieferungen sind möglich. Die weitere Entwicklung ist nicht absehbar.
Weihnachtsmärkte sind in den meisten Städten schon abgesagt und für den Ab Hof-Baumverkauf bzw. den Verkauf ab Stand sind Kreativität und kurzfristiges Handeln wahrscheinlich angesagt. Niemand kann in die Zukunft schauen und die weitere Entwicklung vorhersagen.
Droht für die kommende Spargel- und Beerenobstsaison eine Wiederholung der Situation, wie wir sie zur Erntesaison 2020 erlebt haben? Wie wird die Entwicklung der Impfstoffe gegen COVID-19 voranschreiten? Und falls der/die Impfstoff/e auf dem Markt ist/sind stellt sich die Frage, wie schnell wir in der Lage sind, flächendeckend die Menschen vor dem Erreger zu schützen oder wie hoch der Anteil der Menschen sein wird, die eine Impfung (zunächst einmal) ablehnen.
Wie sieht die Situation zur Ernte im kommenden Jahr in den Ländern aus, aus denen die für die gesamte Branche unverzichtbaren Saisonmitarbeiter anreisen? Wird eine Anreise überhaupt möglich sein und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Werden überhaupt Saisonarbeiter in ausreichender Zahl Interesse daran haben, auf den Betrieben mährend der Saison zu arbeiten: Wie sind wir auf den Betrieben auf eine Wiederholung der Situation aus diesem Jahr vorbereitet? Stimmen die Hygienekonzepte, reichen die Unterkünfte? Muss der Betrieb vielleicht in manchen Bereichen etwas umstrukturiert werden, um unter den gegebenen Voraussetzungen erfolgreich die Zukunft bestreiten zu können. Hält die eigene Psyche oder die Psyche der Familie bzw. der führenden Mitarbeiter noch einmal eine Saison wie in 2020 durch, oder was muss verändert werden?
Im Namen unserer Redaktion wünsche ich Ihnen, dass Sie auf diese Vielzahl an Fragen die richtigen Antworten finden.
Thomas Kühlwetter
Kernsatz: „Droht für die kommende Saison möglicherweise eine Wiederholung von 2020?“