06.02.2025

Düngerpreise steigen im Februar heftig

Foto: Scheel

Wie Agraheute berichtet, steigendie Düngerpreise im Februar heftig an. Ein Grund sind die hohen Gaspreise. Ein anderer Grund sind die Sanktionen gegen russische Düngemittelimporte. Hinzu kommen weiter steigende Preise am Weltmarkt. Und ein schwacher Euro, der die Importe verteuert. Nach einer Marktberuhigung sieht es weiter nicht aus. Im Gegenteil.

Die Preise für Stickstoffdünger sind zum Monatswechsel heftig gestiegen. Vor allem KAS und AHL haben sich dramatisch verteuert. Am Weltmarkt gibt auch keine Entwarnung. Die Preisangebote bei der Ausschreibung für Harnstoff für Indien bestätigen dies. 

Bei diesen hohen Preisen und bei gleichzeitig wegbrechender Nachfrage haben die Dünger-Hersteller jedoch massive Schwierigkeiten, die Preiserhöhungen im Verkauf auch durchzusetzen, denn sie haben ihre angekündigten Zielpreise oft (noch) nicht erreicht. Doch auch Landwirte stehen zunehmend unter Druck, da das Frühjahr immer näher rückt und die vielen Nachzügler bald zum Kauf von Dünger gezwungen werden. 

Derzeit deutet jedenfalls nichts auf eine mögliche Entspannung der kritischen Marktlage hin. Neben KAS und AHL steigen in Europa auch die Ammoniumnitrate-Preise weiter, entsprechend den von den Herstellern angekündigten Erhöhungen. Es wird erwartet, dass sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzt, eine Abschwächung ist jedoch angesichts des sehr hohen Preisniveaus jedoch ebenfalls nicht auszuschließen. 

Dabei könnte ein erneuter Anstieg des globalen Harnstoffpreises die Aufwärtsdynamik aber weiter befeuern. Das Preisniveau zu dem Indien seinen Harnstoff kaufte, entsprach den Erwartungen und bestätigte die Stärke des Marktes. Jetzt wird es jedoch von den Mengen abhängen, die Indien am Ende wirklich ordert. 

Erheblichen Einfluss auf die Preisentwicklung am europäischen Markt hat offenbar auch das neue Sanktionspaket gegen Russland, sind Düngerhändler überzeugt. Diese Maßnahmen würden möglicherweise auch die Einführung von Handels-Beschränkungen für russische Düngemittel oder auch zusätzliche Steuern oder Quoten umfassen und das Angebot am europäischen Markt spürbar verknappen. 

Sollten die Sanktionen bestätigen, werden sie preistreibend auf die Düngemittelpreise auswirken. Im letzten Jahr hatten russische Lieferungen in beträchtlichem Umfang zum Preisrückgang am europäischen Märkte beigetragen – zum Vorteil der Bauern aber zu Nachteil der europäischen Düngerindustrie, die mit deutlich höheren Produktionskosten konfrontiert sind. 

Das Ende des Imports russischer Düngemittel würde wohl stärkere Preissteigerungen durch europäische Produzenten auslösen.

Düngerpreise steigen im Februar heftig

Die meisten Dünger-Hersteller und Händler haben ihre Preise zum Monatswechsel deutlich erhöht. Auch in anderen europäischen Ländern – etwa in Frankreich -steigen die Düngerpreise diese Woche steil an. 

Die Landwirtschaftskammer in NRW berichtet diese Woche: „Die Preise für Stickstoffdüngemittel steigen sowohl beim Handel als auch in der Industrie weiter. Teilweise sind wöchentliche Preisanpassungen nach oben zu beobachten. Am Markt ist eine lebhaftere Nachfrage zu spüren, da der ein oder andere in Anbetracht der Steigerungen etwas früher Dünger kauft als üblich.“ 

An den deutschen Importhäfen lagen die Spotmarktpreise für Harnstoff zu Beginn der ersten Februarwoche bei 530 Euro je Tonne. Das sind 5 Euro mehr als Ende Februar und 80 Euro mehr als Ende Dezember. 

Für Kalkammonsalpeter (KAS) hatten Düngerindustrie und Importeure ihre Preisforderungen bereits Ende Dezember kräftig angehoben, auf den höchsten Stand seit einem Jahr. Diese Woche steigen die KAS-Preise erneut heftig. Aktuell werden an den Importhäfen und Großhandelsplätzen 390 Euro je Tonne verlangt. Das sind 20 Euro mehr als Ende Januar und 43 Euro mehr als Ende Dezember. 

Kräftig gestiegen sind in Deutschland auch die Preise für den Flüssigdünger Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL). Aktuell liegen die Preisforderungen bei 328 Euro je Tonne. Das sind 17 Euro mehr als Ende Januar und 23 Euro mehr als Ende Dezember. 

Für Kornkali verlangen die Händler diese Woche etwa 325 Euro je Tonne. Das sind die gleichen Preise wie in der Vorwoche jedoch 15 Euro mehr als Ende Dezember. 

Für den wichtigsten Phosphordünger der deutschen Bauern, Diammoniumphosphat (DAP), müssen an den Importhäfen diese Woche 680 Euro je Tonne gezahlt werden. Das sind 8 mehr als Ende Januar und 26 Euro mehr wie Ende Dezember.

Quelle: Agrarheute