12.07.2023
Ergebnisse zu Himbeeren unter PV

Foto: Scheel
Seit Juli 2021 läuft auf dem Gelände von Agroscope in Conthey (VS) ein Pilotprojekt der drei Partner Insolight, Romande Energie und Agroscope. Die vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützte Agri-Photovoltaikanlage ermöglicht den Anbau von Erdbeeren und Himbeeren in Töpfen auf einer Fläche von 165 m2, geschützt durch eine Solarinfrastruktur.
Im Jahr 2022 erfolgten Datenerhebungen und -analysen bezüglich landwirtschaftlichem Ertrag und Stromproduktion, um die Leistung der Anlage zu optimieren und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung der Pflanzen zu untersuchen. Die Studie ermöglicht die Weiterentwicklung der Technologie, die in der Praxis Anwendung finden wird.
Die agronomischen Ergebnisse stammen aus dem Himbeeranbau (Sorte «Vajolet») in der ersten Variante der Insolagrin-Lösung. Die Versuche mit Erdbeeren sind derzeit noch nicht genug ausgereift, um Aussagen zu den agronomischen Auswirkungen der Pilotanlage machen zu können. Die Anbauversuche mit der weiterentwickelten Variante der Technologie sind für die Saison 2023 geplant.
Zu Vergleichszwecken wurde in einem nahegelegenen Kunststoff-Gewächshaus eine Kontrollfläche eingerichtet. Folgende drei Kennzahlen wurden analysiert: der vermarktbare Ertrag pro Topf, der Zuckergehalt und das Gewicht der Himbeeren. In allen drei Fällen zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Varianten.
Die Steuerung der Anlage ist so konfiguriert, dass die klimatischen Bedingungen für die Pflanzen optimal sind. Zwischen Juli 2021 und März 2023 wurde 10,5 MWh erneuerbare Energie produziert
Diese Ergebnisse zeigen, dass die dynamische Agri-Photovoltaik-Lösung insolagrin die Pflanzen schützt, optimale Wachstumsbedingungen schafft und gleichzeitig Sonnenenergie produziert. Der Himbeerertrag erreicht 15 bis 20 Tonnen pro Hektar, währenddem auf der gleichen Fläche fast 1 GWh Strom pro Jahr erzeugt wird.
Die insolagrin-Solaranlage ist für Kulturen geeignet, die Schutzstrukturen benötigen (Plastiktunnel oder Gewächshäuser) und bietet einen zusätzlichen Nutzen, indem sie die vorhandenen Strukturen ersetzt. So lässt sich die Verwendung von Kunststoffen vermeiden und der Wasserverbrauch reduzieren.
«Die Ergebnisse zeigen, dass die insolagrin-Lösung hält, was sie verspricht: den Ertrag und di Qualität der landwirtschaftlichen Produktion zu erhalten und gleichzeitig auf derselben Fläche erneuerbare Energie zu erzeugen», erklärt Mathieu Ackermann, technischer Leiter und Mitbegründer von Insolight. Martial Genolet, Leiter Photovoltaik bei Romande Energie, erklärt: «Das System ist vielversprechend für die Umsetzung der Energiewende: Der Ersatz bestehender Strukturen durch Solarstrukturen auf landwirtschaftlichen Flächen fördert den Einsatz von Solarenergie.»
Quelle: Insolight, Romande Energie, Agroscpope