06.04.2020
Ernte von deutschem Fruchtgemüse nimmt bei Landgard Fahrt auf

Markus von Cleef, im Familienbetrieb van Cleef u.a. verantwortlich für den Mini-Gurkenanbau, sieht nur bedingt Möglichkeit, dass hiesige verfügbare Arbeitskräfte die erfahrenen Erntehelfer aus Osteuropa ersetzen können
Foto: Landgard
Tomaten aus unbelichtetem geschütztem Anbau waren in kleineren Mengen bereits seit Ende Januar bzw. Ende März erhältlich. Mitte März konnten außerdem erstmals am Niederrhein auch frische Auberginen geerntet werden. Dank der vielen Sonnenstunden der letzten Wochen hat nun die Haupternte von Mini- und Schlangengurken, Cherry-, Cherryromarispen-, Eier-, Dattel- und Rispentomaten sowie den exklusiv von Landgard vermarkteten Honigtropfen begonnen. In der nächsten Woche folgen Minicherry-, Roma sowie Romarispentomaten. Voraussichtlich ab Mitte April gelangen dann die ersten frischen Cocktail- und Rispentomaten von norddeutschen Erzeugern in den Handel. Anfang Mai starten die Landgard-Mitgliedsbetriebe mit der Ernte von frischen Block- und Spitzpaprika.
„Da die Monate Januar und Februar sehr dunkel waren, ist der Startschuss für die Ernte in diesem Jahr ein wenig später gefallen als 2019“, erklärt Carsten Knodt, Mitglied der Neurather Gärtner und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Landgard. „Dank der vielen Sonnenstunden der letzten zwei Wochen holen wir nun aber rasch auf, so dass wir insgesamt bei unseren Tomaten und Paprika mit guten Mengen und vor allem einer tollen Qualität rechnen“. Vieles hängt davon ab, dass genug erfahrene Helfer zur Verfügung stehen. „Für die ersten kleineren Mengen kommen wir derzeit noch mit den Mannschaften aus, die bereits vor Ort sind. Ende April, wenn die Hauptmengen erwartet werden, sieht das dann natürlich anders aus. Die gerade von der Politik beschlossene neue Einreiseregelung für ausländische Saisonkräfte war darum auch für uns ungemein wichtig. Nun gilt es, die damit verbunden Auflagen und Vorschriften so umzusetzen, dass es für alle vertretbar ist“, so Carsten Knodt.
Warum verfügbare hiesige Arbeitskräfte die erfahrenen Erntehelfer aus Osteuropa nur bedingt ersetzen können, erklärt Markus von Cleef, im Familienbetrieb van Cleef u.a. verantwortlich für den Mini-Gurkenanbau: „Generell haben wir gute Erfahrungen damit gemacht, Schüler und Studenten bei der Gurkenernte einzusetzen. Daher sind wir derzeit noch gut aufgestellt und können unsere Gurken in großen Mengen und guter Qualität ernten, auch wenn der Markt durch die Corona-Krise schwierig ist. Wenn jedoch nach Ostern der Unterricht an Schulen und Universitäten wieder startet, fallen diese Aushilfskräfte weg. Außerdem stellen die verschiedenen Kulturen und Anbauweisen ganz unterschiedliche Anforderungen an das Arbeitspensum, die Fachkenntnis, das Durchhaltevermögen und die körperliche Fitness der Helfer. Branchenfremde Neulinge, die oft nur stundenweise verfügbar sind, können fachlich versierte Erntehelfer, die seit vielen Jahren während der Saison Vollzeit in den Betrieben arbeiten, nicht ersetzen. Die aktuelle Situation bringt daher für jeden Betrieb auf individuelle Weise ganz besondere Herausforderungen.“
Quelle: Landgard