03.04.2020

Es gibt wieder hessischen Spargel

Die neue hessische Spargelkönigin Saskia I.
Foto: MHG

So früh wie nie wird in diesem Jahr die hessische Spargelsaison eröffnet. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt, geht davon aus, dass in diesem Jahr nur 30 bis 40 Prozent der verfügbaren Menge an Spargel geerntet werden kann. Denn nur ca. 20 Prozent der ausländischen Saisonarbeitskräfte konnten bisher aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus einreisen. „Das ist für viele Betriebe eine Katastrophe“, so Rolf Meinhardt. „Es tut uns in der Seele weh, wenn wir Flächen nicht ernten können und sie schon frühzeitig aus der Produktion nehmen müssen“.
„Ich habe hochgerechnet, dass statt der 200.000 Arbeitskräfte, die sonst für die Spargel- und Erdbeerernte anreisen, in diesem Jahr ungefähr eine Millionen Arbeitskräfte benötigt werden, wenn man davon ausgeht, dass die meisten Erntehelfer in Teilzeit oder auf Minijob-Basis arbeiten. Das ist eigentlich kaum machbar und auch nicht logisch. Wir fühlen uns hier von der Bundesregierung allein gelassen, wurde doch kürzlich betont, dass die Landwirtschaft systemrelevant sei“, ergänzt Rolf Meinhardt. Über Plattformen wie bauersuchthilfe.de werden bundesweit Erntehelfer gesucht. Auch die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz ruft zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft auf: „Dass die Saisonarbeitskräfte zurzeit nicht kommen können, ist eine zusätzliche Härte für die Bäuerinnen und Bauern. Sie sorgen für unsere Ernährungssicherheit, zusammen mit allen weiteren Menschen, die im Bereich Produktion, Logistik und Verkauf tätig sind. Das hat unseren Respekt und unseren Dank verdient. Die Gründe der Bundesregierung sind mit Blick auf den Infektionsschutz der Erntehelferinnen und Erntehelfer nachvollziehbar. Trotzdem wäre es aus meiner Sicht richtig gewesen, wenn wir uns auf das Einreiseverbot hätten vorbereiten können. Hoffentlich dauert das Einreiseverbot nicht so lange. Gut ist, dass die Regelungen zur Arbeitnehmerüberlassung gelockert wurden, damit Beschäftigte aus anderen Branchen in der Landwirtschaft aushelfen können.
Wir danken allen Menschen, die in diesen Zeiten bei der Feldarbeit helfen wollen. Über die Plattform bauersuchthilfe.de wurden bereits 300 Menschen in Hessen an Landwirtschaftsbetriebe vermittelt. Spargelstechen ist richtig harte Arbeit, das kann nicht jeder leisten. Wir alle können aber unsere heimischen Bäuerinnen und Bauern unterstützten, indem wir an den Spargelbuden fleißig zugreifen - auch wenn der Spargel in diesem Jahr etwas teurer bleibt.“
Verkaufsstellen/Preise
Die Verkaufsbuden der Spargelerzeuger werden voraussichtlich wie gewohnt geöffnet sein. Dafür wird die Versorgung des Großhandels mit Spargel geringer ausfallen, da die Gastronomie als Abnehmer wegfällt (ca. 20 Prozent der Abnehmer). Die Buden bieten eine gute Möglichkeit in räumlicher Nähe frische Lebensmittel einzukaufen und dabei die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Die Spargelbauern werden ihrerseits alles dafür tun, die notwendigen Hygienemaßnahmen einzuhalten. Ein Kilogramm Spargel der ersten Klasse kostet derzeit bei 16,90 Euro. Aufgrund der schwierigen Erntebedingungen wird der Preis 2020 voraussichtlich nicht so schnell sinken, wie in den vergangenen Jahren. Rolf Meinhard: Halten Sie bitte die Abstände an den Ständen ein, denn dort ist man an der frischen Luft und das Risiko für eine Übertragung des Coronavirus geringer. Kaufen Sie das frische Gemüse, das wir dieses Jahr für Sie stechen können, denken Sie an die großen Herausforderungen, die wir dafür meistern und bleiben Sie dem hessischen Spargel treu! Vielen Dank. Neue Hessische Spargelkönigin Saskia I.
Die neue hessische Spargelkönigin Saskia I. hätte sich für den Start in ihre Amtszeit andere Umstände gewünscht. Sie ruft die Verbraucher dazu auf bis 24. Juni 2020 so viel Spargel wie möglich zu essen und die Spargelbauern zu unterstützen. „Gerade in diesen schwierigen Zeiten tröstet der Genuss von Spargel vielleicht ein wenig über die Sorgen hinweg.“ Quelle: MGH GUTES AUS HESSEN GmbH