04.05.2020

Früher Start in die hessische Erdbeersaison 2020

Die Hessische Erdbeerkönigin Antonia I. eröffnet in diesem Jahr die hessische Erdbeersaison auf dem Betrieb von Andreas Lenhardt in Griesheim.
Foto: MGH GUTES AUS HESSEN GmbH

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge starten die hessischen Erdbeerbauern in die Saison 2020. Der milde Winter und die vielen Sonnenstunden haben die Erdbeeren in den Tunneln früh reifen lassen. Anders sieht es jedoch im Freiland aus: Hier haben Nachtfröste und die Stürme in den letzten Wochen ihre Spuren an den Erdbeerpflanzen hinterlassen. „Wir schauen positiv auf die Saison und hoffen das Beste!“, so Erdbeeranbauer Andreas Klein, Vorsitzender des Hessischen Landesverbands für Erwerbsobstbau. Nach der großen Unsicherheit vor einige Wochen geht er nun davon aus, dass alle benötigten Erntehelfer für seinen Betrieb einreisen können. Er dankt den Verbänden, die in dieser Hinsicht ganze Arbeit geleistet haben und verweist darauf, dass alle Betriebe die geforderten Hygienemaßnahmen nach bestem Wissen und Gewissen umsetzen. Andreas Lenhardt, ebenfalls Erdbeeranbauer und Vorsitzender des Arbeitskreises Erdbeeren Hessen, sieht das differenzierter: „Das hin und her bezüglich der Erlaubnis zur Einreise der Saisonarbeitskräfte hat bei den Betrieben und bei den Mitarbeitern für große Unsicherheit gesorgt“. Doch auch er ist froh, dass eine Regelung im Sinne der Landwirtschaft gefunden wurde. „Die Regionalität wird nicht leiden. Viele Betriebe werden ihre Erdbeeren wie gewohnt an den Verkaufsständen anbieten. Etwas kurz kommt möglicherweise der Handel, denn es ist zu erwarten, dass die Erdbeerernte aufgrund der
Coronakrise etwas geringer ausfällt,“ so Lenhardt.
Regionale Erzeuger unterstützen
Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz freut sich ebenfalls über den Beginn der Erdbeersaison. „Gehen Sie jetzt an die Stände und kaufen Sie Erdbeeren aus hessischem Anbau“, fordert sie die Verbraucherinnen und Verbraucher auf, „damit unterstützen Sie die Landwirte vor Ort in besonders schweren Zeiten und tun sich selbst etwas Gutes. Dank kurzer Wege kommen die Erdbeeren an den Ständen auch frisch und wohlschmeckend an."
Aufgrund der derzeitigen Situation sind die Erdbeeren etwa 0,50 Euro pro 500 Gramm teurer als im vergangenen Jahr zum Start der Saison. „Ich bitte hierfür um Verständnis bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Landwirte tun ihr Bestes, um uns alle mit hochwertigen und erschwinglichen Lebensmitteln zu versorgen.“ Krönung in außergewöhnlichen Zeiten
Die neue Hessische Erdbeerkönigin Antonia I. aus Wallau hatte sich den Start in ihre Amtszeit auc etwas anders vorgestellt, muss sie sich doch zur Wahrung der Abstandsregeln ihre Krone selbst aufsetzen. Sie ruft die Verbraucher dazu auf, die frischen Erdbeeren zu genießen und die Möglichkeit zum Einkauf an den Verkaufsständen an der frischen Luft zu nutzen oder die Erdbeeren auch selbst zu pflücken.
BauersuchtHilfe.de
Über Plattformen wie bauersuchthilfe.de haben sich zahlreiche Freiwillige gemeldet, die die Bauern in der schwierigen Situation unterstützen wollten. Insgesamt wurden in Hessen die Kontakte von 1.230 Erntehelfer an 19 Bauern übermittelt. Zahlen und Fakten
2019 haben in Hessen 162 Betriebe auf 1.155 Hektar Fläche Erdbeeren angebaut, davon rund 751 Hektar im Freiland und etwa 189 Hektar im geschützten Anbau. 125 Hektar waren nicht im Ertrag. Dabei wurden 7912,6 Tonnen Erdbeeren geerntet, davon 5.428 Tonnen im Freiland und 2.484,6 Tonnen aus geschütztem Anbau. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl der Betriebe zurückgegangen, während sich die Erntemengen weiter erhöhen. Quelle: MGH GUTES AUS HESSEN GmbH