28.04.2026

IVA: Große Unsicherheit am Pflanzenschutz- und Düngemittelmarkt

Grafik: IVA

Nach Jahren des Rückgangs zeigt sich der Agrarmarkt leicht erholt: Im Wirtschaftsjahr 2025 legte der Pflanzenschutzmarkt wieder etwas zu, und auch die Düngemittelabsätze stabilisierten sich in der Saison 2024/25 – wenn auch auf niedrigem Niveau. Dennoch äußerte der Industrieverband Agrar (IVA) auf seiner Jahrespressekonferenz Zukunftssorgen.

Zentrale Risiken seien regulatorische Unsicherheiten im Pflanzenschutz sowie steigende Energiepreise, die infolge geopolitischer Spannungen die Düngemittelmärkte belasten. Der IVA fordert, EU-Initiativen zur Vereinfachung von Sicherheitsregeln und zur Neuausrichtung der Zulassungsverfahren konsequent voranzutreiben.

Zugleich plädiert der Verband für faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Hersteller. Instrumente wie der CO₂-Ausgleichsmechanismus (CBAM) und Meistbegünstigten-Zölle (MFN) sollen dazu beitragen, Nachteile gegenüber internationalen Anbietern zu begrenzen.

Leichtes Wachstum auf dem Pflanzenschutzmarkt

Der Nettoinlandsumsatz auf dem deutschen Pflanzenschutzmarkt (Direktgeschäft zwischen der im IVA organisierten Industrie und dem Pflanzenschutzgroßhandel) wuchs nach zwei Jahren deutlich rückläufiger Geschäfte um 4,3 % auf 1,273 Mrd. € im Jahr 2025 (2024: 1,220 Mrd. €). Treiber für das Marktwachstum war ein gestiegener Herbizid-Umsatz mit 606 Mio. € (plus 18,6 %), der mit vorgezogenen Käufen des Handels infolge unklarer Zulassungsfragen einzelner Wirkstoffe zusammenhing, so Wagner.

Der Fungizid-Umsatz dagegen sei im Jahr 2025 auf 451 Mio. € zurückgegangen (minus 4,9 %). Grund hierfür waren die überwiegend trockenen Witterungsbedingungen. Der Insektizid-Umsatz lag 2025 mit 129 Mio. € um 7,2 % unter dem Vorjahreswert, hieß es weiter. Gerade bei den Insektiziden macht sich der Wegfall bewährter Wirkstoffe – ohne dass Alternativen auf den Markt kommen – in der Anbaupraxis negativ bemerkbar.

Düngemittelmarkt erholt sich von historischem Tief

Auf dem Düngemittelmarkt wuchs der Stickstoffabsatz in der Düngesaison 2024/25 um 3,8 % auf 1,137 Mio. t Stickstoff (Vorsaison: 1,095 Mio. t). Der positive setzte sich für Kali fort, gleichzeitig stagnierte der Phosphat-Absatz nach dem starken Zuwachs im Vorjahr. Während bei Phosphat-Düngern ein Minus von 1,7 % (139.740 t P) zu verzeichnen war, konnten Kali-Düngemittel einen Absatzgewinn von 7,3 % (340.350 t K) verzeichnen. Die Kalkdünger bewegen sich nach den Rückgängen aus den beiden Vorjahren kräftig nach oben (3,178 Mio. t CaO,plus 28,2 %). Grund sind die guten Witterungsbedingungen während der Hauptausbringzeit nach der Getreideernte.

Mechthilde Becker-Weigel