Kommentar "Entschlossen in neue Saison starten"

Thomas Kühlwetter: "Es ist Basis des Unternehmertums, Entscheidungen, wenn sie denn getroffen sind, konsequent umzusetzen und damit die Grundlage für den erwarteten Erfolg zu legen."Foto: RLV
Mitte Januar hat der Winter Deutschland noch voll im Griff und die Vorstellung, dass in gut zwei Monaten wahrscheinlich schon die ersten Spargelstangen und in Gewächshäusern die ersten Erdbeeren zur Ernte anstehen, scheint auf den ersten Blick noch weit entfernt. Auf den zweiten Blick ist es aber gar nicht mehr so lang und bis zum Erntebeginn – ob schon Ende März oder abhängig von Kulturverfahren, auch ein paar Wochen später – sind noch viele Vorbereitungen zu treffen.
Doch jetzt ist erst einmal noch Winter und Zeit, um Inspirationen und Kräfte für die anstehende Saisonzeit zu sammeln. Im Januar und Fe bru ar stehen zudem noch einige Messen im Kalender: Die Grüne Woche hat gerade als weltweit größte Ausstellung ihrer Art den 100. Geburtstag gefeiert, und dies zu einem Zeitpunkt, zu dem die wirtschaftliche Stimmung auf vielen Höfen zumindest stark angekratzt ist, da die gegenwärtige Preissituation für viele Erzeugnisse der Urproduktion nur wenig Anlass zur Freude bietet.
Es folgen als große internationale Messen die IPM in Essen, die Fruit Logistica in Berlin und die Biofach in Nürnberg. Sie alle spiegeln den aktuellen Stand der Technik und Züchtung wider, gelten als Schaubühne internationaler Trends und bieten das Podium für intensive Fachgespräche und Kontaktpflege. Der Besuch zumindest einer dieser Messen ist für zahlreiche Betriebsleiter/innen inzwischen obligatorisch.
Auf den Norddeutschen Obstbautagen und der Fruchtwelt Bodensee stehen kulturtechnische Themen im Vordergrund. Neben bewährter und innovativer Technik werden auch die Rahmenbedingungen, unter denen die Betriebe die Gegenwart bewältigen und einen erfolgversprechenden Weg in die Zukunft finden müssen, zentrale Themen sein. Die Entwicklung des Mindestlohns und dessen Auswirkung auf das gesamte Lohn- und Kostengefüge in den Betrieben, die aktuelle Situation im Pflanzenschutz und die ausufernde Bürokratie sind dabei wichtige Aspekte, die angesprochen werden.
Dies verdeutlicht einmal mehr, dass nicht nur auf der weltpolitischen Bühne, sondern auch in unseren Erzeugerbetrieben viele Veränderungen anstehen und eine klare Orientierung oftmals schwerfällt. Vor dem Hintergrund dieser Situation, die in einigen Bereichen mit (zu) vielen Unbekannten besetzt ist, wird manche betriebliche Entscheidung, auch wenn deren Vorzüge und Nachteile sowie deren Auswirkungen umfassend beleuchtet wurden, am Ende dennoch mit einigen Fragezeichen versehen bleiben.
Dies ist oftmals unvermeidbar und Basis jeden Unternehmertums. Ebenfalls Basis ist es aber auch, Entscheidungen, wenn sie denn getroffen sind, konsequent umzusetzen und damit die Grundlage für den erwarteten Erfolg zu legen. Entscheidungen in den Betrieben, sind anders als vielleicht noch vor einigen Jahren, auf Grund der Dimension der oftmals damit verbundenen Investitionen und den offenen Fragen zur Zukunft, mit einem höheren Risiko verbunden. Auf die erforderlichen Investitionen zu verzichten, könnte auf der anderen Seite aber ein noch höheres Risiko bedeuten.
In der vorliegenden Ausgabe sind viele der in den Betrieben diskutierten Themen angesprochen. Nicht ausdrücklich ausgesprochen, aber sicher im Hintergrund immer vorhanden, schwebt der Gedanke mit, dass die Entschiedenheit, mit der Ziele angegangen und umgesetzt werden, ein wesentlicher Faktor für den späteren Erfolg sind.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen unsere Redaktion einen guten Start und eine erfolgreiche Saison 2026!
Thomas Kühlwetter
(Artikel aus SEP 01/26)
