11.04.2023
Mit Spannung in die neue Saison

Nach einem langen Winter ist auf den meisten Betrieben inzwischen die Spargelernte im Gange und die vor dem Start in die Saison vorherrschende Ungewissheit über das, was uns im Laufe der nächsten Monate erwarten wird, weicht dem üblichen Alltagsgeschehen der Hochphase eines Jahres. Gleiches gilt für die Beerenobstbetriebe und ganz sicher auch für Betriebe, die sowohl Spargel als auch Beerenobst anbauen.
So nachdenklich und traurig es stimmen muss, ist das Kriegsgeschehen in der Ukraine und das Leid der Menschen dort für uns leider zu einem alltäglichen Begleiter geworden und wann das ersehnte Ende der Kriegsaktivitäten naht, ist völlig offen. Preissteigerungen in vielen Bereichen haben zu einem Verlust an Kaufkraft geführt, denn die Einkommen vieler Menschen sind nicht in gleichem Maß gestiegen wie die Inflation. Gutsituierte Menschen freuen sich über den Anstieg der Zinsen, durch den die hohe Inflation zumindest ein wenig abgemildert wird. Menschen, die zur Finanzierung ihrer Immobilie oder einer Anschaffung einen Kredit benötigen, reiben sich verwundert die Augen, denn binnen zwölf Monaten ist der Zinssatz um 300 % gestiegen. Dies bringt den Bauboom zum Stoppen, denn neben den Zinsen sind auch noch die Baukosten erheblich gestiegen.
Für den Zusammenhalt der Gesellschaft birgt all dies einen gewissen Sprengstoff, und während die wenigen Menschen im oberen Bereich der Gesellschaft manchmal nicht wissen, wohin mit ihrem Geld, wird für immer mehr Menschen im unteren - und inzwischen auch mittleren Bereich der Skala - der Monat am Ende zu lang.
Genau in dieser Situation starten wir in die neue Spargel- und Beerenostsaison. Während der Urlaub nach zwei Jahren pandemiebedingter Enthaltsamkeit oder Zurückhaltung boomt, wird bei Lebensmitteln ganz genau hingeschaut, verglichen, und am Ende – trotz insgesamt steigender Lebensmittelausgaben – auch gespart, denn Energiekosten oder Mieten sind feste Größen, die vom Nutzer kaum oder nicht beeinflusst werden können. Und wie schon so oft in der Geschichte zuvor, bezahlt der Urproduzent häufig mit für die Gewinne, die an anderer Stelle eingefahren werden.
Doch blickt man einmal zurück, so ist trotz all der vorgenannten Aspekte, die aktuelle Situation nicht mit dem Start in die Vorjahressaison vergleichbar. Der Ukrainekrieg hatte dort gerade begonnen. Gleichzeitig begann der Anstieg der Energiekosten sowie der Preise bei vielen Konsum- und Gebrauchsgütern und gleichzeitig der steile Anstieg der Zinsen. Viele Menschen haben sich inzwischen in ihrem Lebensalltag auf diese Situation eingestellt und kommen damit mehr oder weniger gut zurecht.
Nach zwei Jahren Pandemie steht Urlaub auf der Skala der Ziele, die viele in Deutschland lebende Menschen in diesem Jahr umsetzen möchten, weit oben. Aber zunehmend rücken auch Ziele, die vor der Pandemie als wichtig galten, wieder stärker in den Vordergrund. Und dazu zählt auch sicher der Wunsch auf eine gesunde Ernährung, erst recht wenn dieser mit einem Lebensgefühl wie dem Genuss von frischem Spargel oder wohlduftenden Beerenfrüchten verbunden ist.
Niemand kann in die nähere Zukunft schauen und vorausahnen wie das Wetter, das nach wie vor auch immer einen großen Einfluss der Saison hat, in den nächsten Wochen und Monaten wird. Niemand kann die Stimmung der Konsumenten genau einschätzen oder absehen, welchen Einfluss die Energiekrise auf die Staffelung des Angebotes bei Erdbeeren haben wird bzw. welche Rolle Importe spielen werden. Auch unsere Branche muss ihre Aufgaben erledigen, damit sie trotz aller Herausforderungen der Gegenwart den Weg in eine erfolgreiche Zukunft ebnen kann. Spricht man mit Betriebsleitern und Betriebsleiterinnen, dann gewinnt man trotz aller vorsichtiger Skepsis den Eindruck, dass die Betriebe auf einem guten Weg dorthin sind. Ein Eindruck, den man leider von der Politik nicht immer hat, wenn man betrachtet, was dort beschlossen wurde oder in Planung ist – es wäre sicher nicht vermessen, aus dieser Richtung etwas mehr Sachverstand und Weitblick zu verlangen, damit die Landwirtschaft in Deutschland nicht zu einem „Auslaufmodell“ wird.
Am 5. Mai ist zum ersten Mal ein Tag des Spargels – was geplant ist, wie Sie mit Ihren Betrieben daran teilnehmen und dazu beitragen können, dass dieser Tag am Ende zu einem Erfolg für die gesamte Branche wird, erfahren Sie auf der nächsten Seite. Nur wenn wir gemeinsam – und möglichst auch mit dem Handel - an einem Strang ziehen, können wir das Ziel erreichen!
Im Namen unseres Teams wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Saison 2023.
Thomas Kühlwetter
Kernsatz: Am 5. Mai ist Tag des Spargels - nur wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir erfolgreich das Ziel erreichen.