23.02.2026

Rentenbank fördert innovative Gründungen und Generationenwechsel in der Landwirtschaft

Foto: BMLEH

Mit dem Pilotprojekt „Ackerpreneurs – der Farm-Inkubator“ startet die Landwirtschaftliche Rentenbank ein bundesweites Programm, das landwirtschaftliche Existenzgründungen gezielt und strukturiert begleitet. Bis zu sechs angehende Gründerinnen und Gründer haben die Chance, ihr ausgearbeitetes landwirtschaftliches Vorhaben über bis zu zwei Jahre auf einem bestehenden Betrieb unter realen Bedingungen zu erproben. Dabei profitieren sie von fachlicher Beratung, Mentoring, Netzwerkangeboten und finanzieller Unterstützung. Das Ziel: Ein praxisnaher und abgesicherter Einstieg in die unternehmerische Selbstständigkeit für angehende landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter. Das Pilotprojekt wird im Auftrag der Rentenbank durchgeführt. Es wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) initiiert und wird fachlich von diesem begleitet. Bewerben können sich Personen bis einschließlich 45 Jahren mit einer klaren Geschäftsidee sowie landwirtschaftliche Betriebe, die als Inkubator-Hof zur Verfügung stehen. Die Bewerbungsphase ist am 20. Februar gestartet und läuft bis zum 31. März 2026. Hier geht es zur Bewerbung: https://www.bmleh.de/DE/themen/laendliche-regionen/generationswechsel/generationswechsel.htm

„Der Generationenwechsel ist eine der wichtigsten Zukunftsfragen für unsere Landwirtschaft“, so Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. „Um die kommenden Herausforderungen zu meistern und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir innovative Ideen und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Doch nicht alle haben die Möglichkeit, einen Familienbetrieb zu übernehmen – gleichzeitig stehen viele Höfe ohne gesicherte Nachfolge da. Mit ‚Ackerpreneurs‘ schaffen wir neue Wege für außerfamiliäre Hofnachfolgen und eigenständige Gründungen. Als Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum unterstützen wir Hofübernahmen seit vielen Jahren mit zinsgünstigen Programmkrediten – beispielsweise für Investitionen, Betriebsmittel oder die Finanzierung des Kaufpreises. Besonders Junglandwirte profitieren von verbesserten Konditionen. Hofnachfolgerinnen und Existenzgründerinnen erhalten darüber hinaus besonders günstige Konditionen, um die Hofnachfolge von Frauen gezielt zu stärken.

Was steckt hinter „Ackerpreneurs“?

Kern des Programms ist die Zusammenarbeit zwischen einem bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb und Personen mit konkretem landwirtschaftlichen Gründungsvorhaben. Diese Partnerschaft bildet den sogenannten „Farm-Inkubator“. Innerhalb dieses strukturierten Rahmens können neue Betriebszweige aufgebaut, innovative Produktions- oder Vermarktungskonzepte erprobt und unternehmerische Kompetenzen weiterentwickelt werden. Die Gründerinnen und Gründer handeln eigenverantwortlich, profitieren jedoch von der Einbindung in einen bestehenden Betrieb, gezielter fachlicher Begleitung, finanzieller Unterstützung sowie der Vernetzung über eine Netzwerkstelle bestehend aus der Agrarsozialen Gesellschaft, dem Netzwerk Flächensicherung und der BioBoden Genossenschaft, die das Projekt koordiniert. Das Pilotprojekt wird durch die Universität Hohenheim wissenschaftlich begleitet

Wer kann sich bewerben?

  • Personen bis einschließlich 45 Jahren mit einem konkreten landwirtschaftlichen Gründungsvorhaben
  • Landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, die ihren Betrieb als Inkubator-Hof zur Verfügung stellen möchten

Die Auswahl erfolgt im Rahmen eines bundesweiten Bewerbungsverfahrens

Warum ist das Projekt wichtig?

Das Pilotprojekt „Ackerpreneurs“ setzt genau dort an, wo der Einstieg in die selbstständige Landwirtschaft besonders herausfordernd ist: Zugang zu Flächen, Investitionsmittel und unternehmerische Erfahrung fehlen oft, und außerfamiliäre Hofnachfolgen werden bislang kaum strukturiert unterstützt. Das Programm schafft einen zeitlich befristeten, begleiteten Entwicklungsraum, in dem Gründungsvorhaben unter realen Marktbedingungen getestet werden können – ohne sofort das volle Risiko tragen zu müssen. Praktisches Lernen, Mentoring und der Aufbau neuer Netzwerke stehen im Mittelpunkt, begleitet von wissenschaftlicher Forschung. So entstehen Strategien für den Generationswechsel in der Landwirtschaft, insbesondere für Quereinstiege und außerfamiliäre Hofübergaben. Der Ansatz ist international bereits bewährt und wird nun erstmals systematisch in Deutschland umgesetzt. Ziel ist es, tragfähige Modelle für die Gründungsbegleitung zu entwickeln und langfristige Perspektiven für die Landwirtschaft zu schaffen

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier: https://www.bmleh.de/DE/themen/laendliche-regionen/generationswechsel/generationswechsel.html

 

Quelle: Rentenbank