23.06.2017

Spargel-Erzeugerverband Franken e.V.: Saison 2017 mit großen Schwankungen

Grafiken: Bayerischen Bauernverband

Die Direkt- und Selbstvermarktung erwies sich in Bayern auch in der Saison 2017 wieder einmal als tragende Säule des heimischen Spargelanbaus. Bedingt durch starke Ernteschwankungen lief der Absatz über den Großhandel und die Großmärkte vielfach unbefriedigend. Preise ab Hof zufriedenstellend, Großmarkt unter Druck
Gemessen an dem von 8 € auf 8,60 € pro Stunde gestiegenen Mindestlohn in der Landwirtschaft hätten heuer die Spargelpreise sowohl im Hof-Verkauf wie auch im Großhandel deutlich nach oben gehen müssen. Rückblickend konnten jedoch nur in der Anbauregion Abensberg die höheren Lohnkosten zum Teil auf höhere Spargelpreise umgelegt werden. In der Region Schrobenhausen blieben die gemittelten Preise nahezu unverändert oder leicht rückläufig. In Franken konnte im Ab-Hof-Verkauf lediglich bei der Sortierung I (10 - 16 mm) eine Anhebung um 3,1 % von 8,00 auf 8,25 €/kg erzielt werden. Die Sortierung I (16 mm+) fiel von 9,25 auf 8,75 €/kg um 5,4 % zurück, ebenso wie die Sortierung II um 3,2 % von 7,75 auf 7,50 €/kg. Gravierend war die Preisrücknahme an den Großmärkten. Bedingt vor allem durch die zum Teil extremen Schwankungen der Anliefermengen ging in München der durchschnittliche Großhandelsverkaufspreis (netto) für die Sortierung I (16 - 26 mm) von 6,50 €/kg im Jahr 2016 auf 5,50 €/kg um 15,4 % zurück. Für die Sortierung II (16 mm+) fiel der Preis sogar um 25 % von 5,00 € auf 3,75 €/kg. Von mehreren Großmärkten wurde bundesweit berichtet, dass Händler an Tagen mit besonders viel Anlieferung nicht mehr bereit waren, überhaupt Spargel anzunehmen. Saisonverlauf
Mit den für die Jahreszeit extrem warmen Temperaturen im März setzte auch die heimische Spargelernte explosionsartig ein. Die Nachfrage war zunächst noch schwach, denn Gastronomie und Handel hatten sich noch nicht auf das Saisongemüse ausgerichtet. Lieferungen aus Südeuropa wurden im Großhandel im Bereich von 2 €/kg vertrieben. Auch heimischer Spargel musste bereits Anfang April im Großhandel deutliche Preisabschläge hinnehmen. Die Erntemengen im April und Anfang Mai waren wegen der folgenden anhaltenden kalten Witterung übersichtlich. Jedoch hatten auch die Verbraucher bei den kalten Temperaturen keine große Lust auf Spargel.
Mitte Mai drehte das Wetter. Wärme und Feuchtigkeit sorgten wieder für größere Erntemengen. Gleichzeitig stieg auch die Verbrauchernachfrage. Bereits Ende Mai war jedoch dann das Angebot aus heimischem Anbau so groß, dass sich insbesondere zu Wochenbeginn größere Überhänge bildeten. Die Preise im Großhandel und auch im Einzelhandel rutschten erneut ab. Bereits Anfang Juni neigte sich die Spargelsaison dem Ende entgegen. Die Lieferungen an die Märkte gingen deutlich zurück. Auch die Pfingstferien in Bayern sorgten für ruhige Nachfrage. Grünspargel
Über die gesamte Saison blieben im Handel die Lieferungen an grünem Spargel aus heimischer Erzeugung begrenzt. Die Preise waren auf stabilem Niveau. Der Anteil von Grünspargel an den gesamten Spargelkäufen in Deutschland liegt mittlerweile bei ca. 11 %. Bemerkenswert ist auch, dass mit Grünspargel neue Käuferschichten erschlossen werden.