21.08.2015
Neue Wege im Wassermanagement

Maximilian Birle überprüft die Tiefe des neu gezogenen
CASE IH präsentierte neue Precision Farm Technologien zur Nivellierung von Feldern und Verlegen sowie Wiederfinden von Drainagen
Wer kennt sie nicht, die Flächen, auf denen sich an bestimmten Stellen immer wieder Staunässe bildet, während das Wasser an anderen Stellen fehlt? In der Folge entwickelt sich der Bestand ungleichmäßig, wächst auseinander, es kommt zu Verlusten und auch zu Bodenverdichtungen. Extremwettereignisse, die laut Wetterexperten in den nächsten Jahren weiter zunehmen werden sollen, verstärken die Situation noch. Da der Boden die Grundlage einer ertragreichen Ernte ist, ist es umso wichtiger, rechtzeitig Abhilfe zu schaffen und Staunässe sowie Trockenheit vorzubeugen.
In der Praxis haben sich zwei Möglichkeiten der Wasserregulierung durchgesetzt. Die Nivellierung der Fläche anhand ihres natürlichen Levels und die Verlegung von Drainagen, mit deren Hilfe dem Feld Wasser entzogen wird.
Landverformungen durch Landwirtschaft hat es seit ihrem Beginn gegeben. Nun hat Case IH dazu verschiedene ineinander greifende Systeme entwickelt, die auf Softwarelösungen und den Komponenten des Case IH Advanced Farming Systems für die Präzisions-Landwirtschaft basieren. „Nivellieren wie Drainieren können wir jetzt in einer bisher nicht gekannten Präzision durchführen“, erläuterte Maximilian Birle, Produktmanager für Precision Farming Systeme, bei der Demonstration in der Praxis. Fachleute schätzen, dass über 50 % der Sonderkulturflächen nivelliert werden könnten.
Vermessen, Planen, Ausführen
Zunächst gilt es, das bestehende Bodenprofil aufzunehmen. Zum Vermessen wird mit System über das Feld gefahren, wobei Antennen Angaben zu Höhen aufnehmen, die mit Hilfe des Vermessungsstabs WM-Topo gewonnen werden. Der Datentransfer erfolgt zur Software oder direkt ins Display der Traktorkabine. Auch das Vermessen von Feldgrenzen, Wiederfinden verschollener Grenzsteine oder das Messen von Steigungsgraden wird möglich.
Das Modul Opti-Surface ermöglicht die Planung von Drainagen oder die Nivellierung im 4D-Modus. „Schon vor der eigentlichen Durchführung steht damit ein mehrdimensionales Flächendesign zur Verfügung, mit dem Arbeitsaufwand und beispielsweise die zu bewegende Erdmenge berechnet werden können. Wichtige Kriterien für die anschließende Durchführung und etwa Abrechnung bei Durchführung durch den Lohnunternehmer“, erläutert Birle. Der Bildschirm berechnet auch, in welche Richtung Erde bewegt werden muss.
System erleichtert Abrechnungen
Die exakten Berechnungen können auch bei der Erstellung von Abrechnungen bei Lohnarbeiten dienen. Zum Beispiel ist eine Abrechnung nach Kubikmeter möglich und wäre eine faire Lösung für beide Vertragspartner. Die genauen Daten erlauben zudem eine bessere Planung der Arbeitszeit und Logistik.
Technisch ist vieles möglich. Wenn viel Erde bewegt werden muss, ist auch das Arbeiten mit zwei individuell steuerbaren Planierschildern möglich, wobei die Schilder Arbeitsbreiten zwischen 3 und 6 m haben können.
Wie auch bisher bleiben aber die gute fachliche Praxis und das Wissen der ausführenden Personen gefragt und es hängt von der Fläche ab, wie vorgegangen wird. In hügeligem Land wird man lieber drainieren oder teilflächenspezifische Nivellierung vornehmen. Bereits nivellierte Flächen sollten alle zwei Jahre nachnivelliert werden.
Drainagen legen oder überarbeiten
Das Modul WM-Drain wurde speziell für Drainagefräsen entwickelt. Damit können auch Drainagen mit größter Präzision verlegt werden. Die notwendigen Gräben werden mit der Fräse mit bis zu 2 cm Genauigkeit und exakt berechneter Neigung - entsprechend dem vorher geplanten Höhenprofil - erstellt.
Zudem erfolgt eine exakte Dokumentation der verlegten Drainagen, was für später anfallende Arbeiten enorm wichtig ist. Wer nach vielen Jahren an Drainagen arbeiten muss, weiß, wie wertvoll solche Angaben sind.
Viele bisherige Drainage-Systeme befinden sich heute in einem Zustand, der dringend überarbeitet werden müsste. Drainierarbeiten werden daher gerade bei Lohnunternehmern ein großes Thema werden.
Das neue RTK Signal von Case IH
Während das Lasersystem in der Höhe stabil ist, berechnet GPS die Feldkrümmung mit und kann so noch genauer arbeiten. Nach Angaben von Case IH gibt es heute 154 RTK-Stationen, die mit ihrem Netz ganz Deutschland abdecken. Alle Stationen werden miteinander verknüpft und speisen Korrekturdaten ein. Zusätzlich stehen Puffertechnologien bereit. Das Ziel des Unternehmens ist es, ein komplettes RTK-Netz von der Ukraine bis nach England mit rund 2 500 Stationen zu erstellen, das überall zentimetergenaues Arbeiten möglich machen soll.