07.07.2023

Pilotprojekt: Industrie-Abwasser für die Landwirtschaft

Foto: WDR

Eine landesweit einmalige Studie will jetzt klären, ob gereinigtes Industrie-Abwasser für die Bewässerung von landwirtschaftlicher Fläche genutzt werden kann. An dem Pilotprojekt ist auch die RWTH Aachen beteiligt. Für die Landwirte wäre das Pilotprojekt ein Segen. Denn Trockenheit und Dürre werden für sie im Zuge des Klimawandels immer mehr zum Problem. Landwirt Roman Sauer befürchtet für die Ernte auf seinen Feldern in Mechernich Schlimmstes: "Wir haben hier schon deutliche Trockenschäden." Auf seinem Kartoffelacker können die Pflanzen nicht richtig wachsen, so sieht es überall aus. Daran ändert auch das bisschen Regen in den letzten Tagen nichts. Und weil auch das Grundwasser immer knapper wird, dürfen die Landwirte nicht mehr entnehmen.

Molkerei-Betrieb könnte Wasser liefern

Nur wenige hundert Meter entfernt in der Hochwald-Molkerei gibt es riesige Mengen an Wasser. Rund 650 Millionen Liter pro Jahr, denn die Hygienevorschriften bei der Herstellung von Milchprodukten sind streng. Das geklärte Wasser würden sie gerne den Landwirten zur Verfügung stellen. Doch bisher wird es ungenutzt in den Bleibach geleitet: etwa zwei Millionen Liter pro Tag.

Projekt stößt auf Bürokratie-Hürden

Die Landwirte aus der Umgebung würden jetzt gerne einen Bewässerungsverband gründen. "Wir würden gerne Speicherbecken bauen und aus denen, wenn es nötig ist, die nötigen Mengen nehmen," sagt Landwirt Theo Bieger. Der Kreis Euskirchen unterstützt die Idee. Doch einfach Wasser aus dem Bach entnehmen – das gehe nicht. Bis es soweit ist, kann es also noch Jahre dauern, sagen die Verwaltungsmitarbeiter. Denn etwas Vergleichbares gibt es in Nordrhein-Westfalen noch nicht. Quelle: www.wdr.de