04.05.2020
Süße Früchte aus dem Norden

Foto: Valenta
Nach dem milden Winter begann die Vegetation im Februar mit viel Wind und Nässe. Ein Witterungsumschwung erlaubte es dann aber, doch noch rechtzeitig die Folien zu ziehen. Reichlich Sonne im März und April, wenig Regen und kalte Nächte lassen süße Früchte erwarten.
Der April brachte dann die ausreichende Erwärmung in den Folientunneln. Vor dem kalten Ostwind und den Nachtfrösten vor und nach Ostern waren die Erdbeerfrüchte im Folientunnel gut geschützt und nahmen weiter an Größe zu, sodass Anfang Mai die ersten süßen Erdbeeren reif sein dürften. Die Landwirtschaftskammer und der Obstbauversuchsring erwarten sehr gute Qualitäten an süßen Früchten
.
Derzeit haben die Erdbeeren keine Probleme mit der trockenen Witterung. Aber regional unterschiedlich wird bereits Tröpfchenbewässerung eingesetzt. Sollte es so trocken werden wie im vergangenen Jahr, könnte sich Wasser erneut zu einem beachtlichen Kostenfaktor entwickeln.
Anbau und Erntemenge in Schleswig-Holstein
Wenn alles glatt läuft, werden in Schleswig-Holstein rund 10.000 t Erdbeeren produziert. Die Anbaufläche ist allerdings zuletzt etwas gesunken auf schätzungsweise rund 900 ha (-10 %). Die Betriebe setzen hierzulande nun noch mehr auf die Direktvermarktung, weniger auf den Absatz am Großmarkt. Um rechtzeitig am Markt zu sein, verfrühen alle Erdbeerbetriebe in Schleswig-Holstein einen Teil ihres Erdbeeranbaues. In Schleswig-Holstein werden auf ca. 60 ha Folientunnel Erdbeeren angebaut, das entspricht ca. 7 % der gesamten Erdbeeranbaufläche. Insgesamt verfrüht werden rund 30 % der Gesamtfläche.
Die Zahl der Betriebe liegt bei rund 80. Die größten Flächen liegen in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, rund ¼ der Fläche, sowie Plön und Ostholstein, ebenfalls rund ¼ der Fläche. Für die Ernte der rund 900 ha werden zirka 3.000 Erntehelfer benötigt. Schätzungsweise werden zum Auftakt der Saison noch ein paar Pflücker fehlen. Die Betriebe sind aktuell dabei, sich um Aushilfen zu kümmern bzw. Kräfte aus Osteuropa doch noch einfliegen zu lassen.
Quelle: LWK Schleswig-Holstein