21.04.2021
Wenn die Ausnahme zum Alltag wird

Als gäbe es kaum noch ein anderes Thema, bestimmen die Corona-Pandemie und deren Folgen das Leben um den ganzen Erdball. Die Hoffnung auf einen Aufwärtstrend und die Rückkehr zu einem annähernd normalen Leben werden fast täglich von neuen Hiobsbotschaften überschattet. Jetzt im Frühjahr sehnen sich die Menschen nach Freiheit und Glück. Wie sehr wir mit unseren Produkten, Spargel und Beerenfrüchten dazu einen wesentlichen Beitrag leisten können, hat die Vergangenheit schon gezeigt.
Wer hätte vor einem Jahr daran geglaubt, dass die damals beginnende Pandemie unser Leben in einer bis dahin unvorstellbaren Weise verändern würde und über Jahrzehnte gewachsene Strukturen in Wirtschaft und Gesellschaft ins Wanken bringt. Komplette Branchen liegen am Boden und es scheint völlig ungewiss, ob sie jemals wieder zu ihrer alten Stärke zurückfinden werden.
Die Arbeitswelt scheint in einigen Bereichen wie auf den Kopf gestellt und vieles funktioniert (manchmal auch eher schlecht als recht), was vorher kaum vorstellbar war. Videokonferenzen und Homeoffice werden auch in weiterer Zukunft, wenn hoffentlich vieles wieder weitgehend „normal“ läuft, nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken sein.
Nach ursprünglichem Lob für das Management der Krise in Deutschland sind wir inzwischen in eine Phase, die man unter dem Titel „Pleiten, Pech & Pannen“ zusammenfassen könnte, übergegangen. Ein unvorstellbares Impfstoffdebakel, unzureichende Organisation in vielen wichtigen Teilbereichen, fehlende Selbsttests, eine überbordende Bürokratie, ein offener und nicht enden wollender Streit zwischen den Bundesländern – all dies ist nicht dazu angetan, Zuversicht und Vertrauen auf eine bessere Zukunft zu schaffen und die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zu mehr persönlicher Freiheit zu stärken.
Auf der anderen Seite muss man der Fairness halber einräumen, dass niemand in dieser Situation mit den politisch Verantwortlichen tauschen und in deren Rolle schlüpfen möchte. Zudem zeigt auch das Virus noch, welche tatsächliche Gefahr mit den jüngst aufgetretenen Mutationen in ihm steckt.
Und genau in dieser Situation starten die Betriebe mit Hochdruck in die neue Saison. Auf den Erfahrungen der vorhergehenden Saison sind schon viele der jetzt erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Menschen, die auf den Höfen arbeiten und zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Virus fast in den Betriebsalltag mit eingeflossen. Der damit verbundene Aufwand ist enorm: häufige Tests, eine strikte Aufteilung in Arbeitsgruppen, eine lockere Belegung von Schlaf-, Wohn-, Speise- und Aufenthaltsräumen, ausgefeilte Logistik- und Transportkonzepte oder die Einhaltung strenger Hygienevorgaben sind nur einige von vielen Beispielen, die in den Betrieben mit hoher Professionalität umgesetzt werden.
Im vergangenen Jahr ging die Angst um, ob die zur Ernte zwingend erforderlichen Saisonkräfte aus Osteuropa überhaupt bereit wären, auf den Feldern in Deutschland zu arbeiten. Dann war eine Anreise phasenweise kaum noch möglich, weil Ländergrenzen und Reisewege geschlossen waren. Am Ende konnte es dank Anstrengungen von vielen Seiten gelingen, dass auf den meisten Betrieben die Ernte, wenn auch oft nicht in vollem Umfang, eingefahren wurde und die sich über Wochen hinziehende Zitterpartie fand meist ein gutes Ende.
Wir sind in dieser Saison zweifelsohne besser vorbereitet als im Vorjahr. Die Möglichkeit zur sozialversicherungsfreien Beschäftigung wurde gerade vom Kabinett für den Zeitraum März-Oktober 2021 auf 102 Tage erhöht. Ob die Saison 2021 dennoch wieder zu einer Zitterpartie wird, ist kaum abschätzbar, denn zu viele Unwägbarkeiten lauern am Wegesrand. Völlig unklar ist z.B., ob in dieser noch eine Öffnung der Hofgastronomie möglich sein wird, und falls ja, zu welchem Zeitpunkt. Da es den Betrieben in unserer Branche bekanntermaßen nicht an Ideen- und Einfallsreichtum mangelt, werden alternative Konzepte zu Vermarktung der Produkte wieder Hochkonjunktur haben, denn schließlich gilt es, dass vorhandene Kundenklientel dort abzuholen, wo es sich gerade befindet.
Ungebrochen groß scheint das Interesse an und der Zuspruch zu unseren Produkten zu sein, die wie kaum ein anderes das Gefühl von Frühling, Freiheit und Lifestyle verkörpern. Greifen Sie die Chance auf und gehen mit Mut und Zuversicht in eine neue Saison unter Corona-Bedingungen. Auch wenn´s Ihnen persönlich manchmal schwer fällt, wünsche ich Ihnen im Namen unserer Redaktion viel Glück und Erfolg dabei.
Thomas Kühlwetter
Greifen Sie die Chance auf und gehen Sie mit Mut und Zuversicht in die neue Saison.