21.06.2022

Hochwertige Ware eindrucksvoll präsentieren

Max Strampe leitet seit einem Jahr den Spargelhof gemeinsam mit seinen Eltern in einer GbR
Foto: Scheel

Das Klientel in den Hofläden hat sich im Laufe der letzten Jahre deutlich geändert. Die Kunden sind anspruchsvoller geworden. Ein breites Sortiment mit einer Vielfalt an Produkten sowie ein erlebnisreicher Einkauf in natürlicher Atmosphäre sind erwünscht, Regionalität und Nachhaltigkeit werden gefordert. Um dem gerecht zu werden und auch um die hochwertige Ware im Hofladen eindrucksvoll zu präsentieren, hat der Spargelhof Strampe in Neetze im Landkreis Lüneburg bei der Planung des neuen Hofladens das Planungsbüro p2raumdesign mit ins Boot geholt. Im April 2022 wurde er eröffnet und fand gleich großen Anklang bei den Kunden. Voller Stolz blickt Familie Strampe auf den neu eröffneten Hofladen des Spargelhofs. „Ein wahres Schmuckstück ist hier entstanden und übertrifft alle meine Erwartungen“, schwärmt Dagmar Strampe, die zur Eröffnung sehr viel positive Resonanz erhalten hat. „Die vielen Rückmeldungen unserer Kunden zeigen mir, dass die Entscheidung goldrichtig war.“ Deutlich größer und moderner ist der neue Hofladen und bietet ausreichend Platz nicht nur für die hofeigenen Produkte wie Spargel und Beerenobst, sondern auch für das breite Sortiment von größtenteils regional ansässigen Berufskollegen. Aber nicht nur die Einweihung des neuen Geschäftes gibt Anlass zum Feiern auf dem Hof, der Familienbetrieb blickt in diesem Jahr auch auf 30 Jahre Direktvermarktung sowie 60 Jahre Spargelanbau zurück. Im Jahr 1962 haben Dagmar Strampes Eltern auf dem klassischen landwirtschaftlichen Betrieb den ersten Spargel gepflanzt. Kurz darauf stiegen Hildegard und Bodo Strampe auch in die Erdbeerproduktion ein. Mitte der 1970er-Jahre folgte noch die Heidelbeerkultur. Heute produzieren Dagmar und Peter Strampe gemeinsam mit Sohn Max Strampe auf dem 200 ha großen Betrieb 65 ha Spargel, nahezu 12 ha Heidelbeeren und knapp 1 ha Himbeeren im geschützten Anbau. Als vor 30 Jahren die Idee aufkam, die Sonderkulturen in Eigenregie zu vermarkten, startete die Familie in einem kleinen Gebäudeteil am Hof direkt an der Lüneburger Landstraße. Im Laufe der Jahre wurde der Hofladen in dem langgestreckten Gebäude erweitert, da nicht nur die hofeigenen Spargel- und Beerenkulturen angeboten wurden, sondern auch zunehmend weitere Produkte. Außerdem nutzte Dagmar Strampe ihr Talent in der Küche und begann vor ca. 15 Jahren selbst gebackenen Erdbeerkuchen im Hofladen zu verkaufen. Dies kam so gut an, dass die Familie kurzerhand ein Hofcafé in dem kleinen Laden integrierte. Peu à peu wuchs das Geschäft, bis schließlich das komplette Gebäude für Hofladen und –café genutzt wurde. Als schließlich der Platz nicht mehr reichte, entschied sich die Familie Strampe, den Hofladen in einem anderen, größeren Hofladen zu errichten. Neues Gebäude für den neuen Hofladen Im Jahr 2016 starteten die ersten Planungen. Zu dieser Zeit wurde ein direkt an der Hofstelle angrenzendes Gebäude zum Verkauf angeboten. Dieses hatte der Familie einst schon gehört, ging aber infolge erbschaftsbedingter Widrigkeiten an einen anderen Eigentümer – und konnte zu guter Letzt im Jahr 2017 zurückgekauft werden. „Dieses Gebäude gegenüber dem bisherigen Laden direkt am Hof war ideal für den neuen Hofladen“, erkannte Max Strampe sofort. Allerdings war es bis zur Eröffnung des neuen Hofladens noch ein langer Weg. Das Gebäude, in dem sich zuletzt noch eine Sparkasse befunden hat, musste von Grund auf saniert werden. Das funktionierte mit den ansässigen Handwerkern problemlos und setzten Max Strampes Vorstellungen einwandfrei um. Heute erinnert an die vorherige Sparkasse nur noch der Tresorraum, der sich nicht entfernen ließ. Dafür fanden die Spargelproduzenten aber auch schnell eine Verwendung: die Spargelkühlung. „Wir haben Deutschlands sichersten Kühlraum“, schmunzelt Max Strampe. Beim Innenausbau hatte der Junior ebenfalls hohe Ansprüche und setzte auf stilvolle Natürlichkeit. Unterstützt wurde der 27-Jährige dabei von dem Planungsbüro p2raumdesign aus Nordheim bei Heilbronn, mit dem er bereits im Jahr 2016 auf der Messe expoDirekt in Karlsruhe Kontakt aufgenommen hatte. „Die ursprüngliche Planung sah vor, dass das Café mit in dem neuen Hofladen integriert werden sollte“, erinnert sich Rainer Palinkasch von p2raumdesign an die ersten Gespräche. Doch nach ein paar Planänderungen entschieden sich die Niedersachsen, nur den Laden in den 260 m2 großen Raum zu errichten und das Café in dem alten Hofladen zu betreiben. „Nach einigen Verzögerungen der Sanierungsarbeiten bedingt durch Genehmigungen, die auf sich warten ließen, und fehlendem Baumaterial konnte der eigentliche Innenausbau am 10. Januar beginnen“, erläutert Palinkasch den Terminablauf. „Dann ging alles ziemlich flott – auch dank der guten Zusammenarbeit mit den örtlichen Baufirmen.“ Inneneinrichtung modern und natürlich Die Einrichtung des Ladens ist bewusst etwas moderner gestaltet, aber trotzdem ist das Natürliche und Bodenständige, was das Unternehmen mit sich bringt, beibehalten, betont der Innenarchitekt, der bei der Planung bewusst Abstand von der klassischen Hofladeneinrichtung genommen hat. „Alles in Fichtenholz mit dem klassischen Leiterwagen im Laden entspricht nicht mehr dem Anspruch der Kundschaft“, so Palinkasch. „Und wenn ich hochwertige Ware verkaufen möchte, muss ich sie auch hochwertig präsentieren.“ Genau dort setzt der Ladenbauer an und versucht den Zeitgeist mitzunehmen, ohne dass es gleich überladen oder kunterbunt wirkt. Die hochwertigen Produkte sollen in Szene gesetzt werden, sodass die Kunden einen entsprechenden Mehrwert haben und sich wohlfühlen. Die Fläche des neuen Ladens bietet im Vergleich zum alten Hofladen die dreifache Verkaufsfläche. So konnte sich auch das Sortiment deutlich vergrößern. Neu hinzugekommen ist beispielsweise ein Unverpackt-Bereich mit Cerealien-Regalen zum Abfüllen, das von den Kunden sofort gut angenommen wurde. „Das Sortiment muss sich noch etwas finden. Wir wollen künftig schauen, was von den Kunden akzeptiert oder was zudem gewünscht wird“, so Max Strampes Überlegungen zum weiteren Sortiment. „Durch den Ausbau der Ladenfläche wird sicher noch einiges dazukommen.“ Bei den Kunden kommt auch das große Kühlmöbel mit einem normalen Kühlbereich sowie einer Tiefkühlabteilung gut an. Diese sind schwerpunktmäßig mit Käseprodukten, aber auch Fleisch- und Wurstwaren bestückt, die Strampe von einem regionalen Metzgerbetrieb bezieht und das Sortiment gut ergänzt. „Der Tiefkühlbereich zieht heute vermehrt in den Hofläden ein“, so Palinkaschs Erfahrungen. “So kann der Hofladenkunde auch hier einen Rundumeinkauf machen.“ Auch bei dem Innenausbau mussten die baulichen Voraussetzungen berücksichtigt werden. So kam es, dass die Statik in dem geplanten Spargelbereich nicht mit den Ideen vereinbar war und kurzerhand zwei Verkaufstheken geplant werden mussten, was sich letztendlich als ganz praktisch erwies. „So hat man zwei Teilbereiche, einmal die Spargeltheke und einmal eine Theke für das Beerenobst“, so Palinkasch. Beide Theken haben absenkbare Frontscheiben, sodass man hier sowohl im Bedienbetrieb wie auch im SB-Bereich arbeiten kann. Außerdem kann man nach der Spargel- und Beerensaison die Theken ohne Kühlung als Regal oder für die Präsentation anderer Produkte verwenden. Die Auslegeböden innerhalb der Theke sind höhenverstellbar und können so leicht an die Tiefe der Kisten oder Schalen angepasst werden. Ein wichtiger Punkt bei der Raumplanung ist eine ausreichende Beleuchtung. Obwohl der Hofladen ausreichend große Fenster hat, wurde lange an einem Lichtkonzept gearbeitet. „Tageslicht hat seine Tücken, da es sich jeden Tag und zu jeder Uhrzeit anders verhält“, so der Innenarchitekt. „Tageslicht ist auch von der Wahrnehmung her sehr hell und oft zu weiß für die Warenpräsentation. Dafür benötigen wir eher wärmere Lichtfarben.“ Hinzu kommt, dass der Laden ohne Zusatzbeleuchtung bei Sonnenschein von außen sehr dunkel wirkt und oft den Eindruck erweckt, der Laden sei geschlossen. P2raumdesign hat für den Hofladen speziell für Lebensmittel konzipierte Leuchten verwendet. Direkt unter der Decke wurden zahlreiche LED-Leuchten angebracht. „Im Prinzip sind das normale Einbaustrahler, die allerdings von der Programmierung her, einen sehr hohen LED-CRI-Wert, also einen hohen Farbwiedergabeindex, haben. Das heißt die Farbwiedergebung vom Produkt wird eins zu eins wiedergegeben. Im Eingangsbereich wurden über der Gemüsetheke drei große dekorative Leuchten mit goldener Innenfarbe angebracht. Dies allerdings speziell für die Optik. „So hat der Kunde beim Betreten des Ladens gleich einen besonderen Blickfang“, schwärmt Max Strampe. Aber auch diese großen Dekolampen sind mit den CRI-Leuchten ausgestattet, die somit produktentsprechende Farben darstellen. „Diese goldenen Leuchten haben eine Symbolkraft und hebt die Wertigkeit von den Lebensmitteln an, was bei uns Deutschland immer noch etwas stiefbrüderlich behandelt wird“, unterstreicht Palinkasch. „Aber auch das sind wir auf einen guten Weg.“ Bei der Größe des Verkaufsraums blieb es nicht aus, den Laden mit einer Klimaanlage auszustatten. „Wenn man mit Frischeprodukten arbeitet, ist eine Steuerung des Raumklimas unumgänglich“, so der Inneneinrichter. Dies gelte sowohl für den Sommer als auch für den Winter. In den kalten Monaten kann man mit der Anlage auch heizen, sodass weniger über Bodenheizung bzw. Heizkörper geheizt werden muss. „Insbesondere im Obst- und Gemüsebereich möchte man keine Heizung anbringen“, erklärt Palinkasch. „Also kann man hier die Temperatur mit der Klimaanlage regeln.“ Zweckmäßig und durchdacht sind die Regale, die p2raumdesign häufig in Hofläden verwendet. „Wir setzen gern strukturierte Regale mit kubischen Formen ein, die eine gewisse Ordnung geben und der Kunde sich so schnell zurechtfinden kann“, erläutert Palinkasch. Die Maße von den Kuben sind vielseitig einsetzbar und für nahezu alle Produkte auch mit verschiedener Größe verwendbar. Bei kleineren Produkten werden Zwischenböden in den quadratischen Modulen gesetzt. Mit dem Innovationspreis der expoDirekt ist p2raumdesign vor vier Jahren für ein weiteres Produkt zur Warenpräsentation ausgezeichnet worden: die Liftboxx. Diese nivellierbare Warenpräsentation wurde für die Präsentation von loser Ware wie Äpfeln oder Kartoffeln entwickelt. Dabei ist die Präsentationsfläche auf die Abmessungen der gängigen Kistenformate abgestimmt. Der Auslageboden, also die Präsentationsfläche der Liftboxx, kann mittels einer integrierten Ablass- und Hebemechanik in der Höhe stufenlos verstellt werden. Besonders vorteilhaft ist, dass die Warenauslage je nach Grad des Abverkaufes an die Oberkante der Liftboxx angehoben werden kann. Diese Liftboxx hat Strampe gleich neben dem Eingang für die Präsentation von Kartoffeln oder Äpfeln postiert. Insgesamt zeigen sich nicht nur die Kunden sehr zufrieden mit dem neuen Hofladen, die ganze Familie blickt mit Stolz auf den gelungenen Ausbau. Auch wenn es ein langer Weg war. Es steht aber auch schon ein nächstes Projekt für die Strampes fest: Der Ausbau des Hofcafés in dem Gebäude des alten Hofladens soll nun in Angriff genommen werden. Birgit Scheel